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28. März 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Sind wir gleichberechtigt?

In Deutschland und in den westlichen Dienstleistungsstaaten haben Frauen weltweit die beste Position. Aber ist das bereits Gleichberechtigung? Wir sind der Frage nachgegangen.

Frauenkampftag Berlin, 8. März 2018 / SpIn
Frauenkampftag Berlin, 8. März 2018 / SpIn

Immer wieder werden Benachteiligung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts in ferne Länder verortet. Zurecht! In Pakistan, im Libanon, im Jemen etc. sieht es wirklich ganz finster aus. Der Vergleich mit extrem rückständigen Ländern wird stets herangezogen, um die Behauptung zu untermauern, dass Frauen in Deutschland sowie in den westlichen Gefilden im Allgemeinen gleichberechtigt seien. Auch viele Frauen beharren darauf und schreiben den Feministinnen "Unfähigkeit" zu. Von wegen: „Du bist selbst schuld, dass du den Posten nicht bekommen hast. Hättest dich mal besser anstrengen sollen.“ „Was suchst du auch nachts in der dunklen Straße. Kein Wunder dass du überfallen wurdest.“ „Du suchst nur eine Begründung dafür, dass du nichts erreicht hast.“. Männer fordern Feministinnen oft auf, ihnen darzulegen, weswegen und in welchen Bereichen, sie sich nicht gleichberechtigt fühlen. Wir haben hier eine Liste mit Missständen zusammengestellt, die Frauen in den westlichen Staaten betreffen. Die Liste erhebt bei Weitem keinen Anspruch auf Vollständigkeit.  

- Genderbasierte, ungleiche Erziehung
- Reproduzierte Rollenklischees in Film, Fernsehen und Werbung
- Sexualisierte und sexistische Werbung und ebensolche Filme, Fernsehsendungen, Bücher etc.
- Gendergap: Noch immer verdienen Frauen in dem gleichen Berufen 22 Prozent – laut einer aktuellen Untersuchung von Terre des Femmes sogar bis zu 30 Prozent – weniger als Männer.
- Frauen sind überwiegend im Niedriglohnsektor vertreten.
- „Gläserne Decke“: Frauen haben einen sehr schlechten Zugang zu Managerposten und gehobenen Positionen im Allgemeinen.
- Mehr als 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten und Zweidrittel der Minijobber sind Frauen.
- Kindergeld wird auf Hartz IV angerechnet.
- Privatisierung von essentiellen Lebensbereichen, wie Wohnraum, Gas, Strom, Telekommunikation etc., betrifft vor allem Frauen, insbesondere alleinerziehende.
- Armut hat in Deutschland ein weibliches Gesicht
- Schwerer Zugang zu sogenannten „Männerbranchen“


- Abhängigkeit vom Ehemann durch die schlechte Situation auf dem Arbeitsmarkt
- Frauen leisten dafür kostenfreie Hausarbeit, Reinigungstätigkeiten und Erziehungsarbeiten.
- Wenn für höhere Löhne und besser Arbeitsbedingungen gestreikt wird, sind des meistens Frauen die streiken. Aber nicht etwa weil Frauen genetisch dazu prädestiniert wären, eher zu streiken, sondern weil sie vermehrt in Branchen tätig sind (wie etwa in der Pflege), die sehr wenig Anerkennung genießen, schlecht honoriert werden und wo die Bedingungen besonders mies sind.
- Sexismus und sexistische Übergriffe sind nicht erst seit #MeeToo oder der neuesten Krise der Geflohenen ein Thema.
- Laut der EU-Kommission hat jede dritte Frau in Europa bereist Erfahrungen mit körperlicher oder sexueller Gewalt gemacht.
- Das Strafmaß für sexuelle, physische und psychische Gewalt gegen Frauen ist ein Hohn für die Opfer.
- Opfer männlicher Gewalt bekommen wenig bis gar keine Unterstützung
- Frauenhäuser sind überfüllt
- Einrichtungen, Beamte und sämtliche Zuständige halten sich bei kulturspezifischen Verbrechen gegen Frauen stark zurück und überlassen die Opfer ihrem Schicksal
- Abtreibung gilt im deutschen Gesetz nach wie vor als Straftat
- Backlashes durch streng islamistische Einflüsse sowie durch den neu aufgekommenen Rechtsextremismus
- Instrumentalisieren der Frauenrechte durch Rechtsextreme
- Menschenhandel mit Frauen und Mädchen
- Zwangsprostitution
- Frauen als Ware innerhalb der Prostitution

Fazit: Trotz besserer Situation westlicher Frauen im allgemeinen Vergleich, ist die Gleichberechtigung noch nicht erreicht. Bis dahin haben Frauen noch jede Menge Arbeit. Aber auch Männer geht die Gleichberechtigung etwas an. Feministinnen freuen sich, wenn Männer die Vorteile der Gleichberechtigung erkennen und an ihrer Seite mit kämpfen.