Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
15. Juli 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Frauen im Fernsehen unterrepräsentiert

Das belegt eine von Schauspielerin Maria Furtwängler in Auftrag gegebene Studie. In dem Kontext muss Deutschland sich die Frage gefallen lassen: Wie rückständig sind wir eigentlich?

Maria Furtwängler / Siebbi - ipernity.com / CC BY 3.0
Maria Furtwängler / Siebbi - ipernity.com / CC BY 3.0

Die Zeiten als im Film und Theater Männer Frauen spielten sind lange vorbei. Aber sonderlich viel hat sich nicht getan: Ob Talkshow, Ratgeber, Nachrichten oder Reportagen, Männer haben sowohl bei den öffentlichen als auch bei den privaten Fernsehsendern das Sagen. Das ergab die Studie "Audiovisuelle Diversität? Geschlechterdarstellungen im Film und Fernsehen in Deutschland", in Auftrag gegeben durch die Stiftung "Malisa“, von Schauspielerin Maria Furtwängler. Dieser Studie zufolge tauchen Männer doppelt so häufig auf dem Bildschirm auf, wie Frauen. Bei älteren Personen ist diese Diskrepanz noch gravierender: Ältere Herren sieht man dreimal so häufig im Film und Fernsehen, wie Seniorinnen. Unfair ist auch die Hauptrollenverteilung unabhängig des Alters: Männer sind mit 67 Prozent dabei, und Frauen nur mit 33 Prozent. Geht es um Köpfchen und Power, haben die Herren immer das Sagen. Nur bei Schnulzen, in welchen es um Liebe, Eifersucht und Verrat geht, ist das Verhältnis Mann-Frau ausgeglichen. Das "schöne", "schwache" und "blöde" Geschlecht, ist nämlich auch "emotional". Die einzige Erfüllung findet es in der Hingabe für einen Mann. Kein Wunder, denn Mädchen werden schließlich von klein auf darauf getrimmt, Deko, Sextoy und Bedienstete für den Mann zu sein. Da verwundert es auch nicht, dass selbst in Cartoons viermal  weniger weibliche Figuren vorkommen als männliche. Männer sind halt die Macher! Frauen unterstützen sie dabei aus dem Hintergrund. Was bei der Studie vergessen wurde: die Anzahl weiblicher Darstellerinnen in der Pornoindustrie. Wahrscheinlich sind sie dort überproportional vertreten – und das selbstverständlich in einer hingebungsvollen, erniedrigenden Opferrolle. 


Jedenfalls hat sich sowohl bei der Besatzung als auch bei der Rollenverteilung seit den 70ern kaum was getan. Eine Schande für ein Land, das sich "aufgeklärt" schimpft! Das Fernsehen ist jedenfalls ein Spiegelbild der Gesellschaft. Es zeigt uns auf wie rückständig wir sind. Auch die Thematiken und Tendenzen sind von vorgestern. Ob Frauentausch, Germanys next Topmodel oder der Bachelor, am laufenden Band werden Stereotype, die Frauen degradieren und demütigen, reproduziert. Daran wird sich auch in hundert Jahren nichts ändern: Die Männer wollen schließlich die Zügel nicht so schnell aus der Hand geben. Menschen, denen Gleichberechtigung ein ernstes Anliegen ist, müssen sie ihnen schon entreißen.