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11. April 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Frau auch genetisch unterdrückt

Die Genetik ist, laut neuesten Studienergebnissen, veränderbar. Das hat auch enorme Auswirkungen auf die Situation der Frauen.

Thomas Splettstoesser (www.scistyle.com) / CC BY 4.0
Thomas Splettstoesser (www.scistyle.com) / CC BY 4.0

Wissenschaftler haben schon seit geraumer Zeit einen Zusammenhang zwischen unseren Tätigkeiten, den Einflüssen der Umgebung und und der Genetik festgestellt: Gene verändern sich nämlich durch unsere Lebensweise. Im Folgenden haben wir eine Doku eingestellt, die aufzeigt, wie Sport unsere Gene verändert. Wieso ausrechnet Sport? Frauen werden im Allgemeinen verstärkt zur Untätigkeit angehalten. In sehr rückständigen Gesellschaften haben sie keinen Zugang zu Sport. Dort dürfen sie nicht einmal das Haus verlassen. In Saudi Arabien, zum Beispiel, leiden Frauen an den typischen Symptomen des Bewegungsmangels. In westlichen Gefilden sieht es nicht mehr so düster aus. Allerdings werden da bereits kleine Mädchen dekorativ und kompliziert gekleidet, während Jungen auf Bäume klettern, sich prügeln und Fußball spielen dürfen. Diese Klischees verschwinden zunehmend, sind aber immer noch vorhanden. In streng muslimischen, jesidischen und orthodox christlichen Familien sind die Rollenverteilungen sehr traditionell (auch in Deutschland sowie in anderen westlichen Ländern) – zum genetischen, psychischen und physischen Nachteil von Frauen und Mädchen, wie wir sehen werden.
In der Doku geht es lediglich um den Einfluss von Bewegung und Ernährung auf unsere Genetik. Wir wollen diese Ergebnisse aber nun auf die Situation der Frau übertragen. Es wird ja stets behauptet, Frauen seien von Natur aus, also genetisch, schwach (in manchen Ländern sind sie auch weniger intelligent oder haben nicht das räumliche Verständnis zum Auto fahren). Unabhängig der Vorurteile sind Frauen oftmals tatsächlich schwächlich und etwas ungeschickt. (Selbstverständlich nicht alle, wir wollen hier nichts verallgemeinern). Daraus schließen Männer oder Menschen im Allgemeinen, dass Frauen von Natur aus schwächer und ungeschickter wären. Geht es darum, die Unterdrückung oder Ausgrenzung von Frauen (etwa aus bestimmten Berufen und früher von der Armee oder der Polizei) zu rechtfertigen, wurde stets auf ihre Schwäche verwiesen.
Ausgehend von den Ergebnissen, die wir heute haben, können wir aber behaupten, dass Frauen seit Jahrhunderten schwach gemacht wurden. Das etwas geringere Potential, Muskelmasse aufzubauen; die leicht niedrigere Knochendichte und das im Durchschnitt etwas geringere Lungenvolumen können keinen Anlass dazu bieten, Menschen in zwei Klassen zu teilen. Ferner wird Genetik auch vererbt (wie auch im folgenden Film gezeigt wird). Eine Frau die sich von Kindesbeinen an nur zwischen Küche und später Küche und Ehebett bewegt hat, wird eine entsprechende genetische Konstellation vorweisen und diese auch weiter geben. Zwar auch an die Söhne, aber diese dürfen frei aufwachen, wodurch sich ihre Genetik wieder verändert. Folglich kann man nach den heutigen Erkenntnissen davon ausgehen, dass Frauen nicht nur physisch und psychisch unterdrückt wurden und werden, sondern auch genetisch. Da bekommt der berühmte Satz von Simone de Beauvoir: „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es“ gleich eine noch tiefere Bedeutung. Noch präziser könnte man behaupten: „Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht“.

Ferner haben Forscher herausgefunden, dass Frauen, ginge es allein nach der Evolution, größer sein müssten als Männer. Dass sie durchschnittlich kleiner sind, liegt daran, dass ihnen der Zugang zur Nahrung teilweise erschwert und verwehrt wurde. Hier geht es zur Doku über Wachstum und Ernährung!

Forschungen zur Korrelation zwischen Genetik und sportlicher Betätigung