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02. Januar 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Food Trends 2018 – Was erwartet uns in diesem Jahr kulinarisch?

Dieses Jahr wird crazy, gemütlich und zugleich nachhaltiger und bewusster. Hier die dominierenden Food Trends 2018. 

Salat im Glas - Trend Essen / © Hetizia – Fotolia.com
Salat im Glas - Trend Essen / © Hetizia – Fotolia.com

Trend-Foodies sind außer Rand und Band: Einst reichten ihnen Geschmacksakrobatiken, wie Riesenchampignon-Burger in Karamellsauce, Mangoeis mit Basilikum oder panierte Orangen. 2018 müssen die Speisen vor allem optisch was hergeben. Einige essen nur, was rosa ist und andere trinken Schlumpfkaffee (Spirulinapulver gibt die blaue Farbe). Der südkoreanische Burger King hat einen schwarzen Burger auf den Markt gebracht, der zunehmend gehypt wird. Während es einige Trend-Foodies düster mögen, fahren die anderen auf Glitzer ab. Glitzer, in verschiedenen Farben, auf Cappuccino, in Marmelade oder auf Smoothies. Dabei handelt es sich um Zucker, der durch Lebensmiteilfarbe präpariert wurde.   

Nachhaltigkeit, Transparenz und Gesundheit

Diese abgedrehten Food Trends 2018 haben etwas Dekadentes. Zugleich ist ein gegenteiliger Trend zu beobachten: Bescheidenheit und Minimalismus. Menschen möchten weniger Zutaten – vor allem keinen Industriezucker, und schon gar nicht mit Glitzer – dafür aber naturbelassene, überwiegend regionale Lebensmittel. Zudem werden Tiere immer mehr vom Tisch verdrängt. Sogenannte „Flesichersatzprodukte“, alias „Vleisch“, sind stark im Kommen. Das ist gut für die Tiere, die Umwelt, das Klima und die Menschen in den Drittweltstaaten. Auch der Welthunger kann dadurch heruntergefahren werden. Weniger Fleisch ist aber auch gut für die Gesundheit, und die wird 2018 groß geschrieben. Vegane Rohkost ist einer der vorherrschenden Food Trends 2018. Frisches Obst und Gemüse, Nüsse und Sprossen landen zunehmend auf den Speisekarten von Trendlokalen. Auch die vegane Gourmet-Küche boomt. Stark verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte werden hingegen zurückgedrängt. Vor allem, da fast überall Zucker drin ist. Und der steht 2018 auf der schwarzen Liste. Schließlich handelt es sich um ein Suchtmittel, das fett macht und die Zähne schädigt. Stattdessen liegen andere Süßungsmittel, wie Agavendicksaft, Erythrit, Stevia, Birkenzucker, Ahornsirup und Traubensüße bei den Food Trends 2018 hoch im Kurs. In diesem Jahr sollen noch mehr solcher Produkte auf dem Markt kommen. Außerdem möchten die Menschen wissen, wie ihre Lebensmittel produziert wurden. Transparenz ist also angesagt. Wenn es doch mal ein totes Tier sein soll, wollen sie quasi seine Vita. Auch Fairtrade wird immer mehr zum Thema.

 

Fingerfood

Internationale Snacks und Fingerfood waren im Vorjahr schon total abgesagt und werden auch 2018 das Rennen machen. Falafel (fritierte Kichererbsenbällchen), Makali (fritiertes Gemüse) und  Taboule (Bulgur-Salat mit Tomaten und Petersilie), Hummus (Kichererbsenpüree) und Tahini-Sauce aus dem arabischen Lebensraum erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Bruchetta und Oliven aus Bella Italia oder Minifrühlingsrollen, Hegfeklöße, Sommerrollen und Angelsalat aus dem asiatischen Lebensraum liegen auch hoch im Trend. Ebenso die indischen Pakora (Kartoffeln, Champignons, Paprika und Zwiebel in Kichererbsenmehl frittiert und mit verschiedenen Saucen serviert).
Es macht Spaß mit Freunden auszugehen und sich durch einen gemeinsamen Riesenteller mit deliziösen Fingerfoods durchzuprobieren.

Frühstück bis nach Mitternacht

Der gemütliche Aspekt und das gemeinsame Zusammensein kommen auch beim Frühstücken zum Tragen. Die Menschen wollen aber nicht nur bis um zwölf Uhr mittags frühstücken, sondern bis tief in die Nacht. In den Metropolen bieten daher einige Lokale Frühstück bis um Mitternacht oder gar rund um die Uhr an.

Brunch

Buffets und Brunch sind auch sehr beliebt. Hier spielt ebenfalls das gemütliche Zusammensein eine Rolle. Und natürlich auch das Ausprobieren verschiedener kulinarischer Kreationen.

Bowls

Wenn man den Salat in eine Suppenschüssel packt, paar Kichererbsen oder Quinoa dazu gibt und ihn Bowl nennt, darf er gleich mal rund fünf Euro mehr kosten. Bowls sind in. Dabei sieht die Mixtur in der Schüssel gar nicht so attraktiv aus. Aber hier spielt auch der Gesundheitsaspekt eine Rolle und in der Hinsicht sind Bowls tatsächlich unbedenklich und sogar förderlich. Die meisten sind vegan und bestehen aus fischem Gemüse, Kräutern, Sprossen und etwas Getreide. Das Ganze wird mit einem Dipp verfeinert. Zugegeben solch einen üppigen und kreativ zusammengestellten Salat, findet man als Beilage in gutbürgerlichen Lokalen nicht. Dennoch lässt sich mit Bowls gut und schnell Geld machen.


Healty-Superfood-Mix  und Smoothies für unterwegs 

Es ist nicht mehr das Leberkäsweckle oder die fetttriefende Bratwurst zwischen einem Weißmehlbrötchen und die Coladose, die bewussten Konsumenten von heute nehmen einen Mix im Glas, manchmal auch im Plastikbehälter, mit zur Arbeit. Dieser besteht aus Getreide, Gemüse, Sprossen und Superfoods. Zum Beispiel Kichererbsen auf Quinoa mit Rukkola und getrockeneten Tomaten wäre ein gängiger Mix. Bei vielen ist auch Avokado dabei. Als Dessert gibt es Chiapudding mit Früchten auf Amaranth. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, was die Kombinationen anbelangt. Die besagten Gläser und verschließbaren Plastikbecher gibt es inzwischen schon an sämtlichen Bahnhöfen von Großstädten, gleich neben den gängigen Brötchen, Brezeln und Croissants. Neben Cola, Fanta und Capri-Sun reihen sich auch jede Menge Smoothies im Getränkeregal kleiner Bäckereien, an S-Bahn- und Regionalbahn-Stationen, ein. Diese findet man mittlerweile auch in fast allen Supermärkten.  
Im Prinzip ist die Sache mit dem gesunden Essen und den Smoothies für unterwegs nicht schlecht, nur die Plastikverpackungen und die horrenden Preise müssten mal überdacht werden. Wer nur neun Euro die Stunde verdient, wird sich keinen Mix im Glas für fünf Euro holen, sondern einen Schinkencroissant für 60 Cent. Gesundheit und Nachhaltigkeit sollte allen Verbraichern zugänglich gemacht werden. Hierin liegt die große Herausforderung für die Zukunft.