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01. November 2015 | Autor: Jennifer Gregorian

Flüchtlinge entlasten die Rentenkasse / Krise positiv für das Sozialsystem

Künftig könnten Flüchtlinge die Rentenkasse entlasten. Auch die zusätzlichen Stellen, die für die Versorgung, den Schutz und die Integration der Geflohenen anfallen, könnten sich positiv auf das Sozialsystem auswirken.

Wenn von Flüchtlingen gesprochen wird, häufen sich Klagen über hohe Kosten. Dabei liegt die Versorgung der Geflohenen weit unterhalb der Zinsen, welche die Bundesrepublik für ihre Kredite zahlt. Es wäre natürlich schön, wenn es keine Fluchtursachen gäbe und Menschen nicht gezwungen wären, ihre Heimat zu verlassen und sich auf eine lebensgefährliche Reise zu begeben. Dennoch, die Krise der Flüchtlinge könnte Deutschland von Nutzem sein. Unser Rentensystem liegt schon seit geraumer Zeit in den letzten Zuckungen. Durch die Menschen, die nun zu uns kommen, könnte der Countdown um ein paar Jahre verschoben werden. Durch eine effektive, schnelle Integration und die Eingliederung in den Arbeitsmarkt, könnten die Flüchtlinge die Rentenkasse entlasten, zumindest diejenigen, die länger bleiben. Mit Mut und Zuversicht legt Angela Merkel hierfür den Grundstein. Dabei kümmert sie sich nicht um den fehlenden Rückhalt. Doch nicht alle sehen ihr Handeln negativ: Axel Reimann, der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, plädiert ebenfalls für eine zügige Integration. „Alles, was für zusätzliche Beschäftigung sorgt, ist positiv für die Rentenversicherung, weil das die Einnahmen erhöht.“, so Reimann. Nach seiner Rechnung würden 100.000 zusätzliche Beschäftigte der Rentenkasse jährlich etwa 500 Millionen Euro einbringen. Natürlich hätten die Betreffenden nach mindestens fünf Beitragsjahren auch Leistungsansprüche. Aber in erster Line würde das Rentensystem von den Einzahlungen profitieren. Außerdem ist noch gar nicht gesagt, ob die künftigen Einzahler so lange hier bleiben, bis sie selbst ihre Ansprüche geltend machen.


Neue Arbeitsstellen durch die Flüchtlingskrise

Neben den Geldern, die Flüchtlinge in die Rente einzahlen werden, könnte die Rentenkasse bereits jetzt von den zusätzlichen Stellen, die für die Versorgung der Geflohenen notwenig sind, profitieren. Der Staat dürfte nur nicht an der falschen Stelle sparen. Statt einen Großteil der Arbeit auf Ehrenamtliche abzuwälzen, sollte der einst ausgedünnte Asylapparat wieder aufgestockt werden. Zudem benötigt die Polizei dringend mehr Personal. 451 Brandanschläge allein 2015 (und das Jahr ist noch nicht vorbei) sind eindeutig zuviel. Würde man diese und ähnliche Straftaten rechtzeitig verhindern, könnte man auch viele Kosten einsparen. Da besteht noch eine Menge Handlungsbedarf. Was jetzt zumindest schon mal in die Gänge geleitet wurde, sind Schulungen für Flüchtlinge. Künftig werden noch mehr Integrationslehrer benötigt. Man darf nur nicht den Fehler begehen, sie auf freiberuflicher Basis arbeiten zu lassen (es sei denn sie wünschen das ausdrücklich). Dann würde das Rentensystem nämlich nichts abbekommen. 

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Der Zusammenbruch des Sozialsystems weiter hinausgeschoben

Das deutsche Sozialsystem ist weltweit eines der besten. Dennoch ist es reformbedürftig: Es passt nicht mehr zu den aktuellen Bedingungen (Dumpinglöhne, Zeitarbeit, Altern der Gesellschaft, …). Da kommen die Flüchtlinge fast wie gerufen. Das heißt nicht, dass Reformen dadurch nicht mehr nötig wären. Die Geflohenen könnten den Zusammenbruch allenfalls verzögern. Verhindern kann man ihn nur durch grundlegende Änderungen, die bei der Arbeitsmarktstruktur ansetzen müssten.