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08. April 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Flüchtlingsabzocke

Flüchtlinge müssen in Deutschland alles abgeben. Nur 200 Euro dürfen sie behalten. Oft werden auch ihre Wertsachen abgenommen. 349.438,97 hat die Bundespolizei 2015 einkassiert.  Diese Niedertracht wurde bislang von der Öffentlichkeit ferngehalten und stattdessen mit dem Finger auf Dänemark gezeigt.

Flüchtlinge Ankunft Köln-Bonn / © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0
Flüchtlinge Ankunft Köln-Bonn / © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Verwandte und Bekannte haben jeden Groschen zusammengekratzt, um den Reisenden etwas auf den Weg zu geben. Für den Neuanfang an einem sichereren Ort. Fehlanzeige. Nicht nur, dass Deutschland nicht sicher ist (wenn man nur mal bedenkt, wie viele Flüchtlingsunterkünfte schon gebrannt haben), den Flüchtlingen wird auch noch alles abgenommen. Lediglich einen Freibetrag von 200 Euro dürfen sie behalten. Im vergangenen Jahr hat die Bundespolizei nach bisherigen Berechnungen 349.438,97 Euro einbezogen. Sie zahlt das Geld täglich auf ein Verwahrungskonto der Bundeskasse ein. (Es wäre nicht verwunderlich, wenn einiges davon in dem Besitz korrupter Beamter gelandet wäre.) Damit sollen Verpflegung und die künftige Abschiebung abgegolten werden. Allerdings ist zu dem Zeitpunkt der Geldabnahme noch nicht einmal klar, ob es jemals zu einer Abschiebung kommt. Falls nicht, ist das auch keine Fehlinvestition: Schließlich kommt es denjenigen zugute, die wieder zurück müssen. Die vormaligen Inhaber werden ihr Geld jedenfalls nicht mehr zu Gesicht bekommen.


Kursierten einst Gerüchte von rechtsextremen Neidern, dass Flüchtlinge Handys von der Regierung geschenkt bekommen, so ist das Gegenteil Realität: In einigen Fällen wird nicht nur das Bargeld einbezogen, die Geflohenen müssen sich von ihren Wertsachen ebenfalls verabschieden. Hierzu gehören auch Smartphones. Das ist besonders dramatisch, da die Geräte oft die einzige Verbindung zu ihren Angehörigen darstellen.

Schutzsuchende auszunehmen ist schon ein starkes Stück. Hinzu kommt, dass Deutschland nicht unbeteiligt ist an den Gründen, weswegen Menschen ihre Heimat verlassen müssen.
Diese niederträchtigen Schauplätze wurden bislang von der Öffentlichkeit ferngehalten. Man zeigte stattdessen mit dem Finger auf Dänemark, wo Flüchtlinge ebenfalls in unbeheizten Zelten hausen und ihr Hab und Gut abgeben müssen.