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01. September 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Flüchtlinge: Fakten und Zahlen

Rassisten dürfen sich entspannen – wir klären auf und räumen Vorurteile aus dem Weg

Flüchtlinge Ankunft Köln-Bonn / © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0
Flüchtlinge Ankunft Köln-Bonn / © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Besorgte Bürger, Wutbürger, Asylkritiker, Identitäre, AfDler, Pegidioten, ... und weitere Rassisten aller Coleur haben absolut keinen Anlass zur Rebellion: Die Anzahl der Flüchtlinge in Deutschland ist überschaubar und bleiben werden die meisten eh nicht. Hier geht es zu den Fakten und Zahlen:

„Die "Merkel-Diktatur" lädt gegen den Willen des Volkes, alle Flüchtlinge ein“

Sehen wir uns als erstes mal an, wer den Schutz der Flüchtlinge innerhalb Deutschlands sowie der EU regelt. Das wären: das Deutsche Grundgesetz, die EU-Grundrechtecharta, die Europäische Menschenrechtskonvention sowie die Genfer Flüchtlingskonvention (in 147 Ländern gültig). Von wegen "Merkel-Dikatatur" – die Sache ist komplexer.

Alle wollen nach Deutschland

Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, UNHCR, sind aktuell 65 Millionen Menschen auf der Flucht. 86 Prozent dieser Flüchtlinge befinden sich innerhalb der Entwicklungsländer. Viele passieren selbst die eigenen Staatsgrenzen nicht. Andere verweilen in Anrainerstaaten in der Nähe ihrer Heimat, in der Hoffnung, dass sich die Lage beruhigt und sie wieder zurück können. Nur wenige wollen überhaupt, weit in der Ferne bei null anfangen und auf dem Weg ihr Leben riskieren. Von diesen wenigen schaffen es die meisten nicht, da sie weder Geld noch Möglichkeiten für solch eine aufwendige Flucht haben. Legale Fluchtmöglichkeiten und -wege können sie nämlich vergessen. Selbst von denjenigen, die für solch eine gefährliche Reise das Geld beschaffen und den Mut aufbringen, bleiben viele vor Ort: zu alt, krank, mit kleinen Kindern, alte Verwandte, oder es sind Frauen. Für Letztere gestaltet sich solch eine Fahrt wesentlich schwieriger, da sie aus Ländern kommen, in welchen sie nichts wert sind. Entsprechend niedrig ist die Hemmung der mitreisenden Männern, sie zu quälen, zu erpressen, zu vergewaltigen oder gar zu ermorden.
Nicht nur die Türkei hindert Flüchtlinge das Land zu verlassen, auch afrikanische Diktaturen wurden durch die EU gedrängt und von ihr bestochen, um Menschen die Flucht zu vereiteln.

 

Entwarnung: Die Flüchtlingswelle, die alles unter sich begräbt, fällt aus

„Wir schaffen das.“, „Wir schaffen das nicht.“, „Wie umgehen mit Flüchtlingen.“, … all diese Diskussionen hätte man sich sparen können. Ein Blick auf die nackten Zahlen reicht, um zu sehen, dass man sich in einem über 80 Millionen Einwohner-Land, das wirtschaftlich zu den stärksten gehört, keinen Kopf zu machen braucht. Keep cool! Hier die Zahlen: 2015 kamen 890.000 Flüchtlinge nach Deutschland. 2016 nur noch 280.000. Im selben Jahr erreichten  360.000 Geflohene Europa. Das alles wäre schon kein Akt. Aber natürlich dürfen nur die wenigsten bleiben: In Deutschland wurden 2015 nur 61 Prozent der Asylanträge anerkannt. 2016 waren es 71 Prozent, allerdings auch viel weniger Menschen. Die Mehrheit der anerkannten Antragsteller erhielt subsidiären Schutz. Dabei handelt es sich um den niedrigsten Schutzstatus. Die Betreffenden müssen die Bundesrepublik verlassen, sobald sich die Lage in ihrer Heimat beruhigt, oder für sicher erklärt wird (etwa weil unsere Regierung mit den dortigen Diktatoren Geschäfte am Laufen hat).
Quelle: Broschüre " Pro Menschenrecht – Contra Vorurteile" von PRO ASYL, Amadeu Antonio Stiftung und die Gemeinnützige Respekt! Kein Platz für Rassismus GmbH

Auch 2017 ist es nicht einfach, in Deutschland zu verweilen. Nur 20,9 Prozent der Antragsteller erhielten den Flüchtlingsstatus. 17,1 Prozent den subsidiären Schutz und 6,7 Prozent ein Abschiebeverbot. 16,1 Prozent haben ihren Antrag zurückgezogen und 39,2 Prozent wurden abgelehnt.
Quelle: BAMF

Also für Deutschland ist alles easy, für die Flüchtlinge, absolut nicht. Es wird Zeit, dass sich Menschen solidarisieren und gegen Fluchtursachen vorgehen, statt gegen die betroffenen Menschen.