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08. Dezember 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Fiktive Abrechnung nach einem Autounfall

Laut Verkehrsrecht zahlt die Kzf-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die Reparaturkosten des Geschädigten. Was passiert aber, wenn er das Auto gar nicht oder nur teilweise reparieren lassen möchte. An dieser Stelle kommt die fiktive Abrechnung ist Spiel. Alles Wesentliche hierzu erfahren Sie folgenden Beitrag.

Werkstatt / ANT Berezhnyi - 20101002_avto / CC BY 3.0 nach einem Verkehrsunfall / kaʁstn Disk/Cat / CC BY-SA 3.0 de
Werkstatt / ANT Berezhnyi - 20101002_avto / CC BY 3.0 nach einem Verkehrsunfall / kaʁstn Disk/Cat / CC BY-SA 3.0 de

Nehmen wir mal an, Sie waren schuldlos in einen Unfall verwickelt, wollen ihren Pkw aber nicht oder nur teilweise reparieren lassen. Das heißt nicht, dass sie auf die Reparaturkosten verzichten müssten. Stattdessen können Sie sich von einem Gutachter eine sogeannte „fiktive Abrechnung“ ausstellen lassen. Sie enthält alle Kosten, die entstanden wären, wenn sie das beschädigte Fahrzeug, in eine Werkstatt gebracht hätten. Die Versicherung des Unfallgegners muss ihnen dann diese fiktiven Aufwendungen auszahlen.
Oftmals empfiehlt Ihnen die Versicherung des Unfallverursachers einen Kfz-Gutachter, mit welchem sie kooperiert. Lassen Sie sich nicht auf diesen Deal ein, schließlich arbeitet er nicht für sie sondern für die Gegenpartei. Suchen Sie sich einen unabhängigen Gutachter, der in Ihrem Sinne tätig wird.
Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, selbst so eine Kostenaufstellung zu erstellen. Die wird nirgendwo anerkannt. Außerdem wird das Gutachten auch als Kostenpunk fiktiv abgerechnet, so dass sie diese Ausgaben zurückbekommen.

Posten der fiktiven Abrechnung

Reparaturkosten:

Der Gutachter orientiert sich hierfür an dem Stundensatz einer markengebundenen Werkstatt.

Nutzungsausfall:

Entweder rechnen Sie den Ausfall fiktiv ab, oder Sie lassen sich von der gegnerischen Versicherung einen Mietwagen stellen. Letzterer wird Ihnen für die hypothetische Reparaturzeit zur Verfügung gestellt.

Gutachterkosten:

Der Versicherer des Unfallfahrers muss auch die Kosten für die fiktive Abrechnung zahlen.

Anwaltskosten:

Brauchen Sie Rechtsbeistand, um sich mit der Gegenpartei zu einigen, muss diese auch die Anwaltskosten tragen. 

 

Fiktive Abrechnung bei Teilreparatur

Falls Sie das beschädigte Fahrzeug nur teilweise reparieren lassen, muss die gegnersiche Kfz-Haftpflichtversicherung die Reparaturkosten für den reparierten Teil tragen. Der verbleibende Part wird in der fiktiven Abrechnung festgehalten und ist ebenfalls vom Versicherer des Unfallgegners zu übernehmen.

Fiktive Abrechnung und Umsatzsteuer

Seit 2002 übernimmt die gegnerische Versicherung lediglich die Netto-Beträge der, in der fiktiven Abrechnung aufgeführten Reparaturkosten. Schließlich zahlen Sie für die virtuelle Reparatur keine Steuern. Sollten Sie jedoch eine Teilreparatur durchführen lassen, erhalten Sie hierfür die Umsatzsteuer zurück.
Anwalts- und Gutachterkosten muss die Versicherung des Unfallfahrers jedoch brutto übernehmen, da es sich hier um real entstandene Kosten handelt.