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05. Juni 2016 | Autor: SpIn

FAU-Demo in Berlin

Anarchosyndikalistische Gewerkschaft demonstriert  in der Hauptstadt gegen „Lohnraub“, „Ausbeutung“, „Repression“ und „Union Busting“.

FAU-Demo in Berlin, 4.06.2016 / SpIn
FAU-Demo in Berlin, 4.06.2016 / SpIn

4. Juni 2016 – Am Hackeschen Markt in Berlin stehen ein paar Polizisten. Man weiß nicht genau ob sie wegen der laut feiernden Touris oder der Demonstration der anarchosydikalistsichen Gewerkschaft, Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU), vor Ort sind. Die Demo besteht lediglich aus rund 50 Personen, die sich nicht besonders bemerkbar machen. Aber die Gewerkschaft selbst ist nicht allzu groß, sie zählt etwa 600 Mitglieder. Die FAU ist ein Ableger der spanischen Basisgewerkschaft CNT, die nach dem Tod Francos wiedergegründet wurde. Zudem sieht sie sich in der Tradition der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD), die 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde. Dem
Anarchosyndikalismus entsprechend, ist die Gewerkschaft  basisdemokratisch und föderalistisch aufgebaut. Die Organisation erfolgt mittels eines Delegiertensystems. Die FAU zielt darauf die Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern und ihr übergeordnetes Ziel ist eine herrschaftsfreie Gesellschaft. Diese Ziele sollen laut eigener Beschreibung nicht über das Parlament erreicht werden, sondern durch Streiks, Boykotte und direkte Aktionen.

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Was mit „Lohnraub“, „Ausbeutung“ und „Repression“ gemeint ist, dürfte klar sein. So sei es laut FAU z. B. in der Gastronomie kein Einzelfall, wenn das Gehalt nicht ausgezahlt würde. Für solche und ähnliche gestaltete Fälle, setzt sich die Gewerkschaft ein. Ihre Mitglieder sind zufrieden. „Die FAU hat mir schon bei vielen Arbeitsmarktkämpfen geholfen.“, sagt ein Mitarbeiter der Deutschen Post. Das Helfen wird aber laut FAU immer schwieriger. Der Grund ist das sogenannte „Union Busting“. Was ist damit bloß gemeint? Die FAU beanstandet, Repressionen durch die Regierung ausgesetzt zu sein. Es wird ihr z. B. untersagt, gegen bestimmte Restaurants zu klagen. Und kleine Leute, können es sich nicht leisten zu klagen. Das sei den „Bossen“, laut der Gewerkschaft, bewusst. Die „Bosse“ sind sowieso für die FAU das Böse schlechthin. Am besten fände sie eine Welt ohne Chefs, in der Arbeiter ihre Betriebe selbst leiten. Vereinzelt hat es solche Projekte bereits gegeben (unabhängig von der FAU). Flächendeckend ließe sich das schwer umsetzen. Dem müsste ein ganz neues Bewusstsein vorausgehen.

FAU-Demo in Berlin, 04.06.2016

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