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13. Mai 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Die Ehefalle

Frau am Küchenfenster / Senorhorst Jahnsen / CC BY 2.0
Frau am Küchenfenster / Senorhorst Jahnsen / CC BY 2.0

In Deutschland verfügen 19 Prozent der 30- bis 50-jährigen Frauen nicht über ein eigenes Einkommen. Von denjenigen, die arbeiten, verdienen 60 Prozent weniger als 1000 Euro netto pro Monat. In keinem europäischen Land tragen Frauen so wenig zum Haushaltseinkommen bei, wie in der Bundesrepublik.
Das sind Zahlen, Tatsachen. Aber was bedeuten sie? Die Frauen, die über kein eigenes Einkommen verfügen, sind abhängig. Sie leben in Abhängigkeit von einem Mann. Sie leben von ihm, "parasitär", wie es Simone de Beauvoir zu bezeichnen pflegte. Zugleich tragen viele dieser Damen ihrem Herren und Gebieter den Allerwertesten hinterher: Sie machen hinter ihm sauber, ziehen seinen Nachwuchs groß und sorgen für sein leibliches Wohl. Sie sind Sklavinnen, auch wenn es ihnen gut gehen mag und sie ihre Situation selbst als toll empfinden. Tatsache ist, sie sind nicht selbstbestimmt. Ihre Existenz steht und fällt mit ihrem Besitzer. Dieser kann von heute auf morgen abhauen, seine einst angebetete Trophäe auf die Straße setzen oder gegen eine jüngere und besser funktionierende austauschen. Er verliert dabei nichts. Er behält Hab und Gut und auch seinen Job, der ihn nährt. Sie verliert hingegen alles und wenn es keinen Ehevertrag gibt, sieht es noch düsterer aus. Wenn er nervt, prügelt, vergewaltigt, ... kann sie nicht von jetzt auf gleich weg. Es sei denn, sie ist sexy, devot und aufgeschlossen (= hat keine Probleme mit Perversion). Dann findet einen sie anderen perversen Besitzer, der sie unterhält. Aber meistens entledigen sich die Herren ihres Besitzes, sobald er nicht mehr taufrisch ist. Oftmals bestellen sie sich Frischfleisch aus Osteuropa, Thailand oder den Philippinen.
Jedenfalls kann es keine Gleichberechtigung geben, solange dieses Missverhältnis besteht.

Quelle: Statistisches Bundesamt