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13. April 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Echo-Auszeichnung für Frauenhass, Antisemitismus und Homophobie

Ganz im Sinne des aktuellen Zeitgeistes erhielten Rapper Kollegah und Farid Bang den Echo-Preis. Und das auch noch am weltweit der Gedenktag für die Opfer des Holocausts.

Screenshot, Video: Statement von Campino zu der Auszeichnung von Kollegah und Farid Bang
Screenshot, Video: Statement von Campino zu der Auszeichnung von Kollegah und Farid Bang

Gewinner der Kategorie „Hip-Hop/Urban national“ sind in diesem Jahr Kollegah und Farid Bang. Hier ein paar Textzeilen ihrer Songs:

„Baby, trink den Schluck auf ex
Denn ich habe Lust auf Sex
Ich hab' für den Puff kaum Cash
Doch, Baby, ich hab' Lust auf Sex
...“

„Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen“
...
„Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow“

„Nur noch Biter, nur noch Fotzen, nur noch Krüppel im Business
Es wird Zeit. Für was? Ein paar Mütter zu ficken.

Was los ihr ganzen arschgefickten Stricher“

Mit solchen und ähnlichen „Lyriks“ eroberten die beiden Rapper die Herzen der Fans und auch der Echo-Jury.

Wie bekommt man den Echo-Preis?

Künstler mit den meisten verkauften Alben, in ihrer Kategorie (Schlager, Hip-Hop etc.), innerhalb eines Jahres, werden nominiert. Junge Menschen fahren anscheinend auf Misogynie, Homophobie und Judenhass ab. Zumindest sprechen diese Aspekte sowohl islamistisch geprägte Personen als auch Neonazis an. Außerdem ist es heutzutage hip, Schwule zu hassen, Frauen zu verachten und dass die Juden die Strippen der Welt in der Hand halten, wissen längst nicht nur die Reichsbürger und Aluhut-Realitätsverweigerer. Folglich waren Kollegah und Farid Bang automatisch dabei. Dass sie tatsächlich als Gewinner hervorgehen, ist aber die Entscheidung der Jury. Nominiert in der Kategorie waren außerdem: 187 Strassenbande, Kontra K, RAF Camora und SpongeBOZZ.

Reaktionen auf die Echo-Preisverleihung

 „Antisemitische Provokationen haben keine Preise verdient, sie sind einfach widerwärtig", twitterte Außenminister Heiko Maas (SPD).

„Im Prinzip halte ich Provokation für gut und richtig. Aber man muss unterscheiden zwischen dieser Art als Stilmittel oder einer Form von Provokation, die nur dazu da ist, um zu zerstören und andere auszugrenzen.“, so Campino von den Toten Hosen, die mit ihrem Album „Laune der Natur“ den ersten Platz in der Kategorie „Rock national“ abräumten.

„Schlag ins Gesicht“ für Holocaust-Überlebende, so die Kritik des Internationalen Auschwitz Komitees.

Dennoch entschied der Ethik-Beirat des Bundesverbands Musikindustrie (BMI), dass die Nominierung nicht zurückgezogen wird. Wieso auch, sie ist up to date?!

Statement von Campino zu der Auszeichnung von Kollegah und Farid Bang