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24. April 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Domian: Homosexuelle müssen „Angst um Leib und Leben“ haben

Der Journalist und Moderator Jürgen Domian weist darauf hin, dass schwule Männer aufgrund der Bedrohung durch homophobe Muslime, selbst in Köln, nicht frei leben könnten. Bei den ganzen Debatten um den radikalen Islam werden wieder einmal die Frauen, die am meisten betroffen sind, vergessen.

Schwule Männer / mangostock – Fotolia.com
Schwule Männer / mangostock – Fotolia.com

Der einstige WDR- und 1Live-Moderator äußerte sich am Montag den 23.04.2018 zu der aktuellen Antisemitismus-Debatte und beanstandete, dass auch Schwule aus streng muslimischen Kreisen unter einem enormen Druck stünden. Sie müssen sogar um ihr Leben fürchten. Das habe der Journalist während seiner Arbeit beim NDR und bei 1Live immer wieder zu hören bekommen. Er dementierte, dass selbst im liberalen Köln Männer nicht Hand in Hand spazieren gehen könnten, da sie ständig mit Attacken durch muslimisch geprägte junge Männer rechnen müssten.
Was ist mit den Frauen? Was der Moderator nicht erwähnt und was weitaus schlimmer ist, ist die Situation der Mädchen und Frauen, die aus dem traditionellen Raster ausbrechen wollen. Dabei müssen sie noch nicht einmal lesbisch sein. Es reicht schon, wenn sie sich nicht zwangsverheiraten lassen wollen. Die Politik hat bislang weggesehen und die Opfer ihrem Schicksal überlassen. Sind ja nur Frauen. Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer, die Islamkritikerin und selbst Betroffene Sabatina Jsmes sowie die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES kämpften und kämpfen fast allein gegen die massive Unterdrückung und Entrechtung von Mädchen und Frauen. Dafür wurden sie zu Unrecht in die rechte Ecke gestellt. Dabei brauchen wir diesen Diskurs ganz dringend und sollten ihn nicht den Rechtsextremen überlassen. Zudem ist es höchste Zeit, Mädchen und Frauen an den Menschenrechten teilhaben zu lassen.
Es bleibt zu hoffen, dass der spektakuläre Übergriff auf den Kippa-Träger in Berlin und die Anfeindungen homosexueller Männer einen Stein ins Rollen gebracht haben, der diesmal nicht an den entrechteten und misshandelten Mädchen und Frauen vorbei rollt.