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26. November 2015 | Autor: Jennifer Gregorien

Deutschland zieht in den Krieg

Viele haben es befürchtet. Viele haben gehofft, die Bereitstellung von Waffen würde den Verbündeten ausreichen und die Terroristen würden diese nicht so hart werten. Das Hoffen hat nun ein Ende.

Deutsche Luftwaffe, F-104 des JG 74 im Formationsflug // Bundesarchiv, B 145 Bild-F027410-0011 / Berretty / CC-BY-SA 3.0
Deutsche Luftwaffe, F-104 des JG 74 im Formationsflug // Bundesarchiv, B 145 Bild-F027410-0011 / Berretty / CC-BY-SA 3.0

Nun ist es soweit: Deutschland zieht in den Krieg. Bei Merkels gestrigem Paris-Besuch forderte der französische Präsident, François Hollande, mehr als Anteilnahme. Die deutsche Regierung ist der Ansicht, dass Deutschland Frankreich viel zu verdanken habe und die Kanzlerin hat spontan zugesagt. Bald könnten deutsche Flieger die IS in Syrien und im Iran bombardieren. Aber nicht nur die IS: Schließlich leben auch noch Menschen dort, die sich keiner Terrororganisation angeschlossen haben und bereits durch den Krieg gebeutelt sind. Aber als erstes sollen die deutschen Soldaten in Mali um 650 Personen aufgestockt werden. Auch die deutsche Marine soll zum Einsatz kommen. Der Bundestag muss nur noch grünes Licht geben für diese Vorhaben - da wird er bestimmt nicht lange zögern.

Terrorgefahr für Deutschland steigt

Bislang waren Attentate in Deutschland wahrscheinlich, aber nicht sicher. Schließlich konnte man hoffen, dass die Beteiligung Deutschlands am Afghanistankrieg den über 7000 Extremisten der BRD nicht für solch eine Aktion ausreicht. Auch die geplante Unterstützung Frankreichs mit deutschen Waffen hätten die Terrorsiten vielleicht milder bewertet, als eine direkte Teilnahme am Kampf gegen den IS. Mit diesen Hoffnungen ist nun Schluss!
Erschwerend kommt hinzu, dass die deutsche Polizei gar nicht für solche Gefahren gerüstet ist. Dabei wäre es unter Umständen sogar sinnvoll, die Bundeswehr zur inneren Sicherheit einzusetzen. Nun wird sie aber von Frankreich gebraucht.

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Keine optimale Lösung gegen den IS-Terror

Den Terror einfach hinzunehmen und auf den nächsten Anschlag zu warten, ist keine Lösung. Hollandes Reaktion ist irgendwo nachvollziehbar. Allerdings erzeugen Bomben stets mehr Terroristen. Das haben die USA und ihre Verbündeten u. a. im Irak und in Lybien bewiesen. Auch in Syrien hat man den Terrorismus rangezüchtet: Von allein werden ein paar religiöse Fanatiker nicht zu einer internationalen Gefahr. Folglich muss man jetzt irgendwie damit umgehen. Dabei gibt es nur die Entscheidung zwischen „schlimm“ und „noch schlimmer“. Die Kanzlerin hat „noch schlimmer“ gewählt, um den befreundeten Nachbarn nicht zu vergraulen. Die Folgen werden wir zu spüren bekommen.