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14. September 2018 | Autor: SpIn

Clanmitglied in Berlin getötet

Hintergründe der Parallelgesellschaften

In Berlin Neukölln wurde kürzlich ein bekanntes Clanmitglied getötet. Kriminelle Familienclans geraten in jüngster Zeit verstärkt in den Fokus von Ermittlungen und auch in den Fokus der Öffentlichkeit – sehr spät allerdings! Man hätte bereits die Clanbildung verhindern können. Aber da nun das Kind in den Brunnen gefallen ist, sollte man die Hintergründe der Parallelgesellschaften beleuchten und die Fehler der Vergangenheit nicht mehr wiederholen. 

Screenshot Video WELT: BANDENKRIEG IN BERLIN: Killerkommando exekutiert Clan-Kriminellen
Screenshot Video WELT: BANDENKRIEG IN BERLIN: Killerkommando exekutiert Clan-Kriminellen

Am 9.September 2018 wurde der 36-jährige Nidal R., Intensivtäter und Mitglied eines libanesischen Familienclans, nach 17 Uhr, in der Neuköllner Oderstraße, in der Nähe zum Tempelhofer Feld, durch acht Schüsse getötet. Die Täter sind flüchtig und die Hintergründe der Tat noch unklar. Siehe Video.

Am Donnerstag, den 13. September 2018 wurde R. in Schöneberg, unter großer Anteilnahme, beerdigt. Zu seiner Beerdigung sind über 2.000 Menschen erschienen, darunter Bosse anderer Familienclans und Hells Angels. R. ist für viele ein Superstar und wird nun Kultstatus erlangen. Fans bezeichnen ihn als großartigen "Beschützer", meinen damit aber Schutzgeldeintreiber. Für junge Menschen, insbesondere aus der Hip Hop-Szene, die zum Teil mit der Clanwirtschaft verflochten ist, stellt R. Eine Art Galionsfigur dar. 

In Berlin gibt es 20 Familenclans, die in Parallelgesellschaften leben. Die meisten davon sind in Neukölln ansässig. Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel (SPD) hat einen Sechs-Punkte-Plan gegen kriminelle Clans erlassen und ein härteres Vorgehen gegen sie gefordert. Unter anderem müsse jeder Straftat nachgegangen werden, ganz gleich wie nichtig sie auch erscheinen mag. 

BANDENKRIEG IN BERLIN: Killerkommando exekutiert Clan-Kriminellen / Welt

Hintergründe der Clanwirtschaft

Einer großen Familie anzugehören und familiärer Zusammenhalt sind nichts Schlechtes. Problematisch wird es allerdings, wenn die deutschen Gesetze nicht akzeptiert werden und es zu kriminellen Handlungen im großen Stiel kommt. 

Wichtig wäre, die Hintergründe derartiger Entwicklungen zu beleuchten. Dabei wird deutlich dass die deutsche Gesellschaft und der Staat bei mit beteiligt sind. U. a. spielten Chancenlosigkeit und Rassismus eine Rolle. Wenn Menschen innerhalb der Gesellschaft keine Chance haben, sich zu entfalten, schließen sie sich zusammen und bringen sich anderweitig ein. Wer legal nicht Karriere machen kann, aber das Potential und den Wunsch dazu hat, tut es eben auf illegalem Wehe. Man kann auch nicht behaupten, dass sich die betreffenden dabei dumm oder ungeschickt angestellt hätten. Zudem zeigt die hohe Beteiligung bei der Beerdigung, wie viele Menschen sich hierzulande immer noch nicht als zugehörig empfinden. 

Die Gelder aus kriminellen Geschäften wurden schließlich gewaschen und flossen in die regionale Wirtschaft ein. Da hat die Justiz zu lange die Augen zugedrückt. Wer Geld und Macht hat, wird ohnehin selten belangt. 

Hinzu kommt, dass die Opfer der kriminellen Machenschaften dieser sehr patriarchal ausgerichteten Clans wieder einmal überwiegend Frauen waren/sind, Stichwort: Prostitution. Bei Frauen wird hierzulande oft und gerne weggesehen. Deutschland ist ja selbst der größte Puff Europas, mit Flatrates und Kinderstraßenstrich. 

Ferner benutzen/benutzen die Clans Flüchtlinge, die keinerlei Perspektiven hatten, um Drogen in Umlauf zu bringen. An dieser Stelle sollte die Integration von Geflohenen mal gründlich überarbeitet werden. Wenn Menschen fünf Jahre und mehr ohne Arbeitserlaubnis, ohne Geld und Entscheidungsgewalt über ihr Leben und ohne zu wissen, wie es weiter geht, in überfüllten Unterkünften dahin vegetieren, sind sie natürlich dankbar, für solch einen „Job“. 

Auch die Bemühungen, Rassismus zu unterbinden, sind Teilweise in eine falsche Richtung gelaufen: So gab es unzählige Zugeständnisse an muslimische Mitbürger. Insbesondere radikale Muslime haben sich die Hände gerieben. Doch durch Islamschulen, arabische und türkische Predigten in Moscheen, Veranstaltungsräume für Muslimbrüder, Akzeptanz einseitiger Polygamie (nur Männer dürfen mehrere Frauen haben), Burkas, Verhinderung von Mädchen am Schwimmunterricht etc. schafft man keine Integration. Im Gegenteil: Man verstärkt bei den Mitbürgern das Gefühl der Andersartigkeit. 

Die Erkenntnisse über die Zusammenhänge sind keine Rechtfertigung, sondern sollte dazu dienen, die gleichen Fehler nicht zu wiederholen.  

Rassismus hat also u. a. zur Entstehung der Clans mit beigetragen. Durch ihre Machenschaften befeuern sie allerdings weiteren Rassismus. So schließt sich der Teufelskreis, den es derzeit zu durchbrechen gilt.