Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
23. Dezember 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Chaos bei der Fidor Bank

Die Fidor-Bank hat ein paar echt innovative Angebote, aber offensichtlich geizt sie bei den Mitarbeitern. Seit Wochen herrscht ERROR beim Service, ganz gleich ob Telefon, Email oder Facebook. Die Möglichkeit, die Bitcoins zu traden im Kontext mit dem plötzlichen Anstieg der Kryptowährung, hat eine Lavine losgetreten. Anstatt sich über Neukunden zu freuen, lässt das Kreditinstitut sie im Regen stehen. Bestandskunden, insbesondere Geschäftskunden, trifft das Debakel noch härter.

Fidor SmartCard / Fidor Tecs / Public Domain
Fidor SmartCard / Fidor Tecs / Public Domain

Ein komplett kostenloses Geschäftskonto für Unternehmer. Ab dem neuen Jahr können Kunden bei Penny, REWE und Real Bargeld auf ihr Konto zahlen. Und mit dem Smart Girokonto können Sie Bitcoin kaufen und ein Wallet anlegen. Das mit dem Wallet wissen wir nicht genau. Das wollten wir ja herausfinden, aber der Kundenservice ist nun komplett abgetaucht. Diese Sache mit den Bitcoins muss es gewesen sein, die so einen Kundenstrom verursacht hat, der alles lahmgelegt hat. Am 17.12.2017 hat die digitale Münze die 20.000-Dollar-Marke durchbrochen. Und genau dann, wenn sie am teuersten ist, stürzen sich die Menschen drauf. Nachher wundern sie sich, dass ihr Geld weg ist. Aber das sind auch keine erfahrenen Trader und darum geht hier auch gar nicht. Jedenfalls hat der Aufschwung des Bitcoins und die Möglichkeit, diese Kryptowährung mit einem Fidor-Konto zu handeln einen Ansturm an Neukunden erzeugt. Die Partnerfirma, die mit Fidor zusammenarbeitet, um die Verifizierung von neuen Kunden durchzuführen, kommt nicht mehr hinterher. Die Menschen warten seit rund zwei Wochen auf ihre Kontoeröffnung.
Eigentlich ist es gut, viele neue Kunden zu gewinnen. Aber dann muss man ihnen auch was bieten. Stattdessen stehen die neuen Interessenten ebenso wie die Altkunden im Regen. Seit knapp drei Wochen geht niemand mehr ans Telefon. Vor einer Woche kam zumindest eine elektronische Durchsage gefolgt von schlechter Musik, wenn man die Nummer des Services wählte. Inzwischen nichts mehr. Emails werden nicht beantwortet. Wenn man Glück hat, kommt eine Bestätigungsmail, dass die Anfrage eingegangen sei. Bei Facebook melden sich im Schnitt einen Tag später irgendwelche, vermutlich unterbezahlten Jugendlichen, die generell falsche Antworten geben, da sie den Sachverhalt gar nicht erfassen können.


In der Zwischenzeit ist der Bitcoin auf etwa 11.000 Dollar abgestürzt. Jetzt pendelt er zwischen 13.000 und 14.000. Also ist der Zeitpunkt zum Kaufen nicht mehr ganz so verkehrt, wie auf seinem Höhenflug. Reich wird man damit aber nicht mehr, außer man besitzt schon eine Million. Dann könnte es vielleicht klappen, noch reicher zu werden. Normal Sterbliche können ihn allenfalls als Tauschmittel an Kryptobörsen nutzen. Das spielt aber alles keine Rolle, denn kaufen können die Menschen den Bitcoin zurzeit eh nicht. Zumindest diejenigen, die auf die Freischaltung ihres Kontos bei der Fidor-Bank warten. Aber vergessen wir mal den Bitcoin: Die Leute stehen ohne Konto da. Neukunden haben wahrscheinlich noch eines. Man soll ja eine Weile beide Konten parallel laufen lassen. Also ist die Sache einfach nur nervig. Aber die Bestandskunden schauen so richtig dumm aus der Wäsche. Wenn mal was nicht funktionieren sollte, ist niemand zu erreichen. Insbesondere für Geschäftskunden ist das ein Desaster. Wenn das Konto aus irgendwelchen Gründen nicht so funktioniert, wie es sollte, können sie keine Gehälter auszahlen, keine Waren einkaufen, keine Geschäfte abwickeln usw. Das ist eine Zumutung! Wen interessiert da schon kostenfrei und dazu noch öko und sozial. Da zahlt man doch lieber fünf Euro im Monat und hat einen Ansprechpartner. Die Investition in Kriege, Ausbeutung und Umweltzerstörung ist dann auch egal. Hauptsache das Geschäft läuft und dazu gehört ein funktionierende Konto.

Die ganzen verärgerten Kunden, die Massen an bösen Emails, die wahrscheinlich folgenden Kündigungen und die negative Publicity hätte sich das Finanzinstitut sparen können. Einfach mehr Leute einstellen oder noch eine weitere Firma mit der Verifizierung beauftragen. Kostet Geld, klar. Aber das Chaos wird die Fidor-Bank teurer zu stehen kommen.