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08. Juni 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

Bürgerkrieg im Jemen: Hunger, Vertreibung, Seuchen – alles mit Unterstützung der USA und der EU

Die Missstände in Syrien haben das Elend im Jemen in den Hintergrund gerückt. Über den verschleierten Krieg.

Slogan der Huthis an einem Haus in Yafaa: „Gott ist groß! Tod den USA! Tod Israel! Verdammt seien die Juden! Sieg dem Islam!“ / Abdullah Sarhan / CC-BY-SA 4.0
Slogan der Huthis an einem Haus in Yafaa: „Gott ist groß! Tod den USA! Tod Israel! Verdammt seien die Juden! Sieg dem Islam!“ / Abdullah Sarhan / CC-BY-SA 4.0

Seit 2013 tobt im Jemen ein blutiger Bürgerkrieg. Vom Iran unterstützte schiitische Husi Rebellen kämpfen gegen die sunnitische Regierung, welche ihrerseits von Saudi-Arabien unterstützt wird. Der Bürgerkrieg hat bislang drei Millionen Vertriebene zur Folge. 17 Millionen Menschen hungern. Aufgrund der Kriegswirren werden die Felder nicht mehr bestellt. Das Land muss 90 Prozent seiner Lebensmittel importieren. Der Hunger wird auch als Waffe gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt. So werden zum Beispiel Gewässer verseucht und Tiere beschossen. Laut der  Hilfsorganisation Care benötigen rund 17 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe und etwa 500 Tausend Kinder sind unterernährt.
Der Bürgerkrieg ist ferner ein hervorragender Nährboden für Cholera. Unter anderem landen die Kadaver der ermordeten Tiere im Wasser und begünstigen die Verbreitung der Seuche. In den letzten drei Wochen meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 23.000 neue Verdachtsfälle von Cholera. Mindestens 240 Menschen sind innerhalb dieser Zeit an der Seuche verstorben. Die Krankenhäuser sind überfüllt. Es fehlt am Nötigsten. In den Kliniken kann das Personal den Kranken nur Flüssigkeit geben. Für Medikamente ist kein Geld vorhanden. Behörden haben den Notstand ausgerufen. Gleichzeitig geht die Spendenbereitschaft zurück, da die verheerende Situation medial kaum präsent ist. Der Krieg in Syrien überlagert das Drama.

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Welche Rolle spielen hierbei die USA und die EU, allen voran Deutschland? Sie kooperieren mit Saudi-Arabien, so dass sich das ohnehin schon reiche Land weiter bereichern kann. Dazu verkaufen US-Firmen sowie deutsche Rüstungskonzerne Waffen an den wahhabitischen Staat. Erst kürzlich hat US-Präsident Donald Trump einen Rüstungsdeal von über 110 Milliarden Dollar mit den Saudis abgeschlossen. Dabei stellt der Wahhabismus die Quelle des islamistischen Terrorismus dar. Um den geht es hier aber nicht, hier geht es um den Jemenkrieg. Bei diesem mischt Saudi-Arabien, wie bereits erwähnt, kräftig mit und bombt das Land in Schutt und Asche. Die Leidtragende ist die Zivilbevölkerung.

Quellen: WHO, Care, Tagesschau, FAZ, Deutschlandfunk