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05. September 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

Aufwertung der "Frauenberufe" und eine Entlohnung der Mutterrolle würde den Graben zwischen Mann und Frau verschärfen

Die Forderungen nach einer Aufwertung der "Frauenberufe" und einer Entlohnung der Mutterrolle, verschärfen den Graben zwischen den beiden anerkannten Geschlechtern und zementieren überholte Rollenklischees.

Pflege, immer noch eine Frauendomäne / Robert Kneschke – Fotolia.com
Pflege, immer noch eine Frauendomäne / Robert Kneschke – Fotolia.com

Einige Feministinnen plädieren für eine finanzielle und soziale Aufwertung sogenannter "Frauenberufe", wie Erzieherin, Pflegerin etc. Doch anstatt diese Berufe aufzuwerten, sollte man sie dekonstruieren, um es mit Judith Bultler auszudrücken. Das heißt in dem Fall, sie zu vernichten, allerdings zugunsten von "Berufen für Menschen". Kein Mensch braucht "Männer"- und "Frauenberufe " und kein Mensch braucht Unterbezahlung. Folglich sollte allen Menschen der Zugang zu allen Berufen offen stehen. Damit die aktuellen "Frauenberufe" auch für Männer und andere Gender interessant werden, müssten sie natürlich fair bezahlt sein. Also beinhaltet ihre Dekonstruktion oder Vernichtung bereits eine Aufwertung. Das ist aber nicht der einzige Grund für eine faire Bezahlung. Berufe, in welcher man die Verantwortung für Menschen trägt und dazu körperlich wie psychisch stark belastet ist, sollten ordentlich entlohnt und gewürdigt werden. 

Würde man diese Berufe hingegen, allein für Frauen etwas aufwerten, würden sie niemals finanziell und sozial soweit hochgestuft werden, wie sogenannte "Männerberufe“. Daher ist eine Löschung dieser Zuordnung unbedingt notwendig. Außerdem würde eine Aufwertung light, wie oben erwähnt, Frauen weiterhin in die Rolle der Pflegenden, Versorgenden drängen – ein Jahrhunderte alter Mythos. 

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Bezahlung der Mutterrolle?

Und der Vater geht leer aus? Vaterschaft ist ja nun auch nicht Männersache, wie etwa Mutterschaft Frauensache ist. Genau das würde eine Finanzierung der Erziehungsarbeit suggerieren. Wenn Männer keine Laufbahn als Vater anstreben könnten, würde die Zuordnung der Frauen zur Kinderversorgung weiter zementiert werden. Dabei soll allen Menschen die Tätigkeit zur Wahl stehen, die sie gerne ausführen möchten. 

Ferner würde die Bezahlung der Mütter Elternpaare diskriminieren, die aus zwei Vätern oder aus intersexuellen Personen bestehen. 

Daher kann es ausschließlich ein Elterngeld geben. Alles andere wäre problematisch.
Ob die Option Kinder zu bekommen und sie zu versorgen unbedingt bezahlt werden soll – insbesondere in Zeiten der Überbevölkerung – ist eine Frage, die auf einem anderen Blatt steht. 

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