Mit der Nutzung unserer Webseite stimmen Sie zu, dass wir Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen.

Suche öffnen
13. August 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

#Aufstehen - Wagenknechts Querfront

#Aufstehen? Ernsthaft jetzt? Oder doch lieber #sitzenbleiben? Hier werden Parallelen zur Querfront-Bewegung aufgezeigt, die das dunkelste Kapital deutscher Geschichte einleiteten. Es entsteht unweigerlich der Eindruck, das sich die Geschichte fast eins zu eins wiederholt. Wir sollten tatsächlich gegen den Neo-Faschismus aufstehen, aber ohne Sarah Wagenknecht.  

Sahra Wagenknecht, 2018 / Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Sahra Wagenknecht, 2018 / Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Historisch steht „Querfront“ für eine anti-demokratische Bewegung, die Ideologien des Nationalismus und des Sozialismus verband, um in der Weimarer Republik die politische Macht zu übernehmen. Diese Strategie wurde bereits 1920 durch Vertreter der Konservativen Revolution initiiert. 

2009 legte der rechtsextreme Verleger, Publizist und politischer Aktivist, Götz Kubitschek, den Grundstein für die Neue Rechte. Er wollte einen Rechtsextremismus innerhalb der Mitte der Gesellschaft etablieren, was ihm Dank AfD, PEGIDA- und der Identitären-Bewegung gelungen ist. Andere rechtsextreme Strömungen, die eher Randgruppen affin agieren, wie etwa der Dritte Weg oder die NPD werden von der Neuen Rechten geschluckt und integriert. 

Überschneidungen weist die Neue Rechte u. a. zu Reichsbürgern und der Friedensbewegung 2.0 auf. Letztere taucht auch unter den Bezeichnungen „Mahnwachen für den Frieden“, „Friedensmahnwachen“ oder „Montagsdemonstrationen“ auf. Hierbei handelt es sich um Bewegungen, die sowohl von rechtsextremen als auch von linksextremen Verschwörungstheoretikern getragen werden. Der Haupttenor ist rechtsextrem, aber die Ausrichtung „wir unten“ gegen das „Kapital, da oben“, das meist Juden zugeordnet wird, spricht auch Linke an. Ein weiteres aktuelles Beispiel der deutschen Querfront sind das Magazin „Compact“ von Jürgen Elsässer, ein ehemals Linker, der die Mahnwachen mit begründet hat. Auch der Journalist Ken Jebsen, ist der Querfront-Bewegung zuzuordnen. Er verbreitet antisemitische Verschwörungstheorien, hetzt gegen die Demokratie und ist ein Hauptredner der Mahnwachen.

#Aufstehen – eine Bereicherung für die deutsche Querfront 

Nun ist die deutsche Neo-Querfront um ein Projekt reicher geworden: #Aufstehen, initiiert von Sarah Wagenknecht (Linke), die schon seit geraumer Zeit nationalistische Bestrebungen hegt. Bereits 2015 buhlte sie um die vermeintlich Abgehängten, die zu PEGIDA und zur AfD rannten. In dem Doppelinterview mit Frauke Petry (derzeit AfD), vom 2. Oktober 2016, kamen sehr viele Gemeinsamkeiten von Wagenknecht und Petry zum Vorschein. 

Die Linke-Politikerin will jedenfalls eine Bewegung gegen die immer stärker werdende AfD auf die Beine stellen, der auch SPD und Grüne beitreten sollen. Aufgrund inhaltlicher Differenzen, vor allem was die nationalistische Abgrenzung gegen Flüchtlinge anbelangt, erteilten die Parteien und ihre Mitglieder #Aufstehen eine Absage. Das dauernde Gejammer, Politik würde nicht mehr für das Volk gemacht und allen ginge es so schlecht, trotz steigender Löhne und Sozialleistungen, sowie die Europafeindlichkeit und das Propagieren geschlossener Grenzen, damit keine Flüchtlinge mehr kommen und zuerst die „Armut“ im eigenen Land behoben werden kann, eint Wagenknecht eher mit der AfD. Auch, dass sie gegen die Aufnahme weiterer osteuropäischen Staaten in die EU ist, dürfte der AfD gefallen. AfD-Chef Alexander Gauland lobte sie bereits für ihr Plädoyer für eine Flüchtlings-Obergrenze und die Schuldzuweisungen an Angela Merkel für den Terroranschlag am am Berliner Breidscheidplatz. Lob für ihre Bewegung gab es zudem von Jürgen Elsässer. 

Putins Lieblinge

Ein Haupttenor der Friedensbewegung 2.0, sowie der Neurechten generell, ist die USA-Feindlichkeit (wobei sich das mit Trump leicht geändert hat) und die Hinwendung zu Putins Russland. Auch die Linke, zumindest der Part um Wagenknecht und ihren, Mann Oskar Lafontaine, ging bei Putin ein und aus – ebenso wie die AfD, die er auch noch bei der Wahl unterstützt hat. Bei ihm sind alle, ob links oder rechts, willkommen, die eine Gefahr für die westlichen Demokratien, insbesondere für Deutschland, darstellen. 

Es wäre gut vorstellbar, dass sich #Austehen und die AfD gegen „das Establishment“, bzw. die „Volksparteien, die keine mehr sind“, um es mit Wagenknecht zu sagen, zusammentun. 

Wagenknecht schaufelt ihr eigenes Grab

Ein Zusammenschluss, wie oben beschrieben, wäre das Ende für Wagenknecht und nicht nur für sie. Sehen wir uns hierzu mal an, wie die Geschichte vormals verlaufen ist: Nach Adolf Hitlers Machtübernahme, am 30. Januar 1933, verloren die übrig geblieben nationalen Sozialisten in der NSDAP schnell an Einfluss. Hitler setzte seine Alleinherrschaft nach und nach durch. Im Zuge dessen verbot er die Gewerkschaften und Linksparteien und ließ ihre Führungskader umbringen. 

Wenn Wagenknecht einen Blick in die Geschichte werfen würde, die sich aktuell gerade, fast eins zu eins, allerdings in blau, wiederholt, würde sie nicht mehr #austehen, zumindest nicht in dieser bizarren Form. 

#Sitzenbleiben

Unter dem Hashtag „sitzenbleiben“, protestieren immer mehr Menschen gegen #Aufstehen und im weiteren Sinne gegen die Querfront im Allgemeinen. 

Bewegung gegen den Faschismus

Was wir wirklich ganz dringen bräuchten, ist eine Bewegung gegen den Faschismus, das heißt gegen die AfD und alle anderen undemokratischen Strömungen, die sie unterstützen. Hätte es einst eine geeinigte große Bewegung gegen die NSDAP gegeben, hätte es das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte nicht gegeben. 

Über 80 Prozent der Menschen aus Deutschland haben nicht den Faschismus (AfD) gewählt. Diese gilt es zu erreichen, ganz gleich ob sie konservativ sind oder außerparlamentarisch links (nur Querfront affin sollten sie nicht sein). Streiten kann man sich nachher wieder. Erst gilt es, dem Faschismus aus dem Bundestag und aus allen öffentlichen Belangen zu verbannen und dadurch Schlimmes zu verhindern. Hierzu wären zahlreiche Aktionen denkbar und möglich, von Verbotsanträgen gegen die AfD bis zu öffentlichen Protesten, Petitionen, größeren Medienberichten etc. Wenn Sie die Idee gut finden und mitmachen würden, schreiben Sie es in die Kommentare.