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24. Juli 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Anstieg bei der gesetzlichen Rente

In ganz Europa und allen voran in Deutschland floriert die Wirtschaft. Das wirkt sich auch auf die Beschäftigtenzahlen, das Sozialsystem und in Folge auf die gesetzliche Rente aus. Sogar das Ost-West-Gefälle ist ausgeräumt. Und gerade jetzt, wo es so gut läuft, ist gesetzliche Rentenversicherung in Gefahr.  

Glücklich im Alter / drubig-photo – Fotolia.com
Glücklich im Alter / drubig-photo – Fotolia.com

2016 gab es die größte Rentenerhöhung seit über 20 Jahren: In den alten Bundesländern betrug sie 4,25 und in den neuen 5,95 Prozent. 2017 folgte nur ein leichter Anstieg: Westen 1,90, Osten 3,95 Prozent. In diesem Jahr dürfen sich die über 20 Millionen Rentner der Bundesrepublik wieder freuen: Am 1. Juli 2018 hat es erneut eine ordentliche Rentenerhöhung gegeben: Westen 3,22 und Osten 3,37 Prozent. Der Grund: die gute Beschäftigungslage. Die Lohnentwicklung ist schließlich die zentrale Grundlage der Rentenberechnung. 

Rentenangleichung Ost-West

Die Rentenerhöhung ist aber nicht die einzige gute Nachricht dieses Jahres: Auch das Ost-West-Gefälle konnte vorzeitig behoben werden. Nach dem Rentenüberleitungsabschlussgesetz muss der Rentenwert der neuen Bundesländer so angepasst werden, dass er mindestens 95,8 Prozent des Wertes der restlichen Bundesrepublik beträgt. Sollte die Rentenberechnung zu einem günstigeren Ergebnis kommen, so wird dieses angewandt. Genau das ist aktuell der Fall: 2018 gibt es im Osten einen Cent mehr Rente als im Westen. Folglich ist die Rentenangleichung der neuen und der alten Bundesländer vollzogen. Eine Angleichung des Rentenwerts war erst für 2024 vorgesehen. Durch die erfreuliche Situation auf dem Arbeitsmarkt konnte dieses Ziel jedoch schon wesentlich früher erreicht werden. Die positive und für diesen Erfolg ausschlaggebende Lohnentwicklung beträgt in den neuen Bundesländern: 3,06 und in den alten 2,93 Prozent.

Kontinuierliche Rentensteigerung

In den letzten zehn Jahren sind die Renten sowohl im Osten als auch im Westen des Landes kontinuierlich gestiegen. Nur 2010 gab es einen Stillstand. Die Steigerung betrug zwischen 1 und 6 Prozent. Im Durchschnitt lag sie bei 3,50 Prozent. Dem gegenüber steht eine geringe Inflation von durchschnittlich 1,5 Prozent.

Gesetzliche Rente durch Politikumschwung in Gefahr

Die gesetzliche Rente bleibt in Deutschland die wesentliche Säule der Altersvorsorge. Schwierig wird die Situation nur für Menschen mit größeren Lücken in den Lebensläufen, oder für Frauen, die ihren Ehemännern durch kostenfreie Haushaltstätigkeiten den Rücken freigehalten haben. Letzteres ist aber ein Genderproblem, welches auf Erziehung, Lohnungleichheit und der gläsernen Decke beruht. 

Im Großen und Ganzen ist die Tendenz sehr positiv. Diese Entwicklung ist zurzeit allerdings bedroht: Sollte die AfD jemals an die Macht kommen, können wir uns vom Sozialsystem und somit auch von der gesetzlichen Rente verabschieden. Diese Partei ist nicht nur rassistisch, weswegen sie aktuell viel Zustimmung erntet: Sie ist zudem wirtschaftsliberal und unsozial. Daher ist es schwer nachvollziehbar, weswegen so viele Abgehängte sie wählen. Wahrscheinlich tun sie es, in der Hoffnung, nach der Machtergreifung durch die Rechten nicht mehr zu den Abgehängten zu gehören. Jedenfalls hat AfD-Chef Jörg Meuthen bereits angekündigt, die gesetzliche Rentenversicherung zu streichen und komplett durch eine private Vorsorge zu ersetzen.

Fazit: Das Rentenniveau in Deutschland entwickelt sich hervorragend. Allein die AfD stellt eine Bedrohung dafür dar. Nach aktuellen Umfragen kommt sie auf rund 17 Prozent. Wir sollten alles daran setzen, unseren hohen Lebensstandard nicht solch einer Organisation zu opfern. Und die jungen Wähler sollten an ihre Eltern und Großeltern denken, die hart für das Geld gearbeitet haben.