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20. Januar 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

Die zehn häufigsten Anfängerfehler beim Forex Trading

Wenn es Ihnen gelingt, diese Kardinalfehler zu vermeiden, sind Sie bereits auf einen guten Weg, was Forex Trading anbelangt.

Bulle und Bär / © Björn Wylezich - Fotolia.com
Bulle und Bär / © Björn Wylezich - Fotolia.com

Trading ist einfach, es wirkt beruhigend und kann sogar entspannen. Manchmal ist es langweilig. Man kann Entwicklungen vorausahnen, Gewinne maximieren und das Verlustrisiko im Zaum halten. So sieht es aus, wenn man schon eine Menge Erfahrung mitbringt. Newcomer hingegen, sind aufgeregt, voller Erwartungen, vielleicht sogar überspannt. In dieser Phase passieren die meisten Fehler. Viele Einsteiger geben da bereits auf. Aber statistisch schalten sich erst danach die Gewinne ein. Damit Sie die Anfangsphase unbeschadet überstehen, haben wir die zehn häufigsten Trading Fehler zusammengefasst.

1. Zu hohe Erwartungen

Unseriöse Werbung, die gleich zu Beginn Milliardengewinne verspricht, hat schon so manche Einsteiger in der Ruin getrieben. Die Erfahrung kommt erst mit der Zeit, das heißt in dem Fall, mit den Jahren. Und mit der Erfahrung stellt sich erst langsam der Erfolg ein. Wer zu Beginn nicht sein ganzes Kapital verspielt, kann das bereits als Erfolg verbuchen. Wenn Sie mit einer horrenden Gewinn-Erwartung einsteigen oder sich zum Forex begeben, um Schulden zu begleichen, endlich den Traumwagen zu kaufen oder mit dem sehnlichen Wunsch nach einem besseren Leben in, wird Ihr Trading nicht von Erfolg gekürt, sondern lediglich vom Erfolgsdruck geprägt sein. Dieser Druck verleitet zu unüberlegten, voreiligen Handlungen. Dabei ist es beim Forex Trading so wichtig, Gelassenheit mitzubringen.

2. Riskantes Handeln

Beim Forex Handel können wegen des oft sehr großen Handelsvolumens pro Position schon geringe Kursschwankungen zu beachtlichen Gewinnen oder Verlusten führen. Der Schutz des eigenen Kapitals ist das A und O beim Devisenhandel. Die Risikominimierung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Sie ist fast noch wichtiger als die Gewinnmaximierung. Es ist besser weniger Trades zu vollziehen und mehr zu beobachten. Nicht die Gier sollte Sie leiten. Vielmehr bedarf es Gelassenheit, die frei ist von Emotionalität.
Eine konkrete Strategie zur Minimierung des Risikos ist das Hedging. Hierbei eröffnen Sie eine neue Position, die sich der bestehenden genau konträr verhält. So können Sie unerwartete Kursschwankungen auffangen, bzw. die daraus resultierenden Verluste reduzieren oder gar wettmachen. Mit Hilfe des Hedgings können Sie Long Positionen durch Short Positionen sichern und umgekehrt.

3. Wenig Erfahrung

Erfahrung, Marktkenntnisse sowie ein Gespür für die Entwicklungen des Devisenmarktes sind für das Trading unerlässlich. Das alles braucht Jahre, um zu reifen. Ein Grundverständnis über die Thematik ist allerdings bereits vor dem Einstieg in das Trading Geschäft von essentiell. Viele Broker versorgen ihre Kunden zu dem Zweck mit kostenfreien Infomaterialien, wie Lexika mit Fachbegriffen, Lehrvideos, Fachartikel, Tutorials, Online-Seminare usw. Es empfiehlt sich, so viele solcher Angebote zu nutzen, wie möglich.
Während der Lernphase sollten Sie nicht ihr eigenes Geld verzocken, sondern ein Demokonto nutzen. Die meisten Broker stellen ihren Tradern solch ein Spielkonto kostenlos zur Verfügung. Zumeist enthält es 10.000 Euro Spielgeld und kann jederzeit neu aufgeladen werden. Mit solch einem Demokonto können Sie sämtliche Strategien unter realen Marktbedingungen austesten, ohne auch nur das geringste Risiko einzugehen. Es ist ratsam mehrere Monate bis zu einem Jahr nur mit dem Demokonto zu „spielen“ und erst danach Realgeld einzusetzen.
Ferner ist es sehr hilfreich, die Strategien erfahrener Trader zu beobachten und von ihnen zu lernen. Sie sollten die Strategien anderer aber nicht kopieren, da jeder Mensch anders ist und auch andere Ziele verfolgt. Vielmehr sollten Sie eigene Handelsstrategien entwickeln und diese stets optimieren.

4. Traden ohne Strategie

Ziellos ins Blaue zu traden, kann mal einen Zufallsgewinn einfahren. Auf lange Sicht ist dieses Verhalten auf dem Devisenmarkt jedoch zum Scheitern verurteilt. Nachdem Sie sich sämtliche Kenntnisse durch Videos, Webinare, Online-Vorträge usw. angeeignet haben, sollten Sie mit dem Demokonto üben und dabei Strategien ausarbeiten. Diese können Sie mit dem Spielkonto ohne Risiko unter Realbedingungen testen. Somit sehen Sie, wo es noch Lücken gibt und was Sie verbessern sollten. Erst nachdem  Ihre Strategien ausgefeilt sind, können Sie anfangen, mit echtem Geld zu traden. Alle Handlungen sollten gut geplant und aufeinander abgestimmt sein. Dabei gilt es, viele Aspekte in die Planung mit einzubeziehen, wie unter anderem Entwicklungen der Märkte sowie Ereignisse, welche die Märkte stark beeinflussen könnten. Dem Ganzen gilt es Ihre Entscheidungen in Bezug auf  Positionsgrößen, Zeithorizont, Absicherungen und Exit-Optionen anzupassen.  

5. Sprunghaftigkeit

So abrupt ändert sich der Devisenmarkt nicht, dass Sie ihre Strategien ganz plötzlich über Bord werfen müssten. Zum Traden braucht man starke Nerven. Hier gilt es, bei kleinen Erschütterungen oder außerplanmäßigen Ereignissen, die Füße still zu halten. Wer sich in solchen Situationen nur noch von Emotionen leiten lässt, wird untergehen. Sprunghaftigkeit und überdrehtes Handeln sind beim Forex fehl am Platz. Sie sollten Ihren Entscheidungen soweit vertrauen, um an ihren Strategien festzuhalten. Erst wenn sich eine tatsächliche notwendige Änderung anzeigt, gilt es, entsprechend zu handeln. Wann das der Fall ist, müssen sie selbst rechtzeitig erkennen. Das bringt aber die Erfahrung mit sich.

 

6. Keine Stopp-Loss-Marken

Mit Hilfe von Stop-Loss (SL) zu traden, ist für das Risikomanagement geradezu unabdingbar, insbesondere für Trader, die noch nicht so lange auf dem Markt sind. Mittels SL können Sie festlegen, wann eine bestimmte Position geschlossen werden soll. Verläuft ein Trade nicht nach Ihren Vorstellungen, ist SL eine Art Notbremse, um den Totalverlust zu verhindern. Handelt es sich um eine Buy-Order, wird der SL zum Bid-Kurs vollzogen. Bei einer Sell-Order, wird er zum Ask-Kurs ausgeführt.
Trotz genauester Beobachtungen kann der Markt sich in Richtungen bewegen, die Sie nicht eingeplant hast oder erst gar nicht für möglich gehalten hast. Das kann auch über Nacht passieren. Stellen Sie sich vor, Sie gehen nichts ahnend ins Bett und wähnen alles in bester Ordnung. Am nächsten Tag ist dann Ihr Handelskonto blank. Allein um so etwas zu vermeiden, empfiehlt sich SL. Zwar werden dadurch eventuell auch Gewinne geschmälert, aber langsam nährt sich das Eichhörnchen. Ein etwas kleinerer Gewinn ist besser als alles zu verlieren.
 

7. Festhalten an Verlustpositionen

Kennen Sie das? Sie haben lange geplant, alles durchdacht, eine Position gesetzt und warten nun auf den wohlverdienten Erfolg. Sie erwarten ihn geradezu mit Vorfreude, doch dann kommt es anders. Das kann doch nicht wahr sein! Der Kurs muss einfach die bestimmte Richtung einnehmen, anders geht es gar nicht! Aber er tut es nicht. Du wollen es nicht wahrhaben und halten an der Position fest, auch wenn es bereits keine Hoffnung mehr gibt. Diese Sturheit ist auch eine rein emotionale Geschichte, die beim professionellen Trading fehl am Platz ist.

8. Unterschätzter Hebel

Anstatt Position ausschließlich mit Eigenkapital zu finanzieren, können Trader auch einen Hebel verwenden. Dieser erlaubt ihnen mit wenig eigenem Geld große Handelssummen zu bewegen. So kann man zum Beispiel mit nur einem Euro bis zu 400 Euro traden und mit 100 Euro 20.000 Euro. Das ist insbesondere für Kleinanleger reizvoll. In der Tat bietet der Ansatz eine riesige Chance. Kleine Leute können plötzlich ganz groß auf dem Froex mimischen. Das ist eine tolle Sache, allerdings ist sie auch unheimlich riskant. Die fehlende Summe wird nämlich von dem Broker selbst gezahlt. Er geht also in Vorleistung. Sollte sich die Position als Niete erweisen, ist das eingesetzte Kapital weg zuzüglich der Leihgabe des Brokers. Es spricht nichts gegen den Hebel. Nur sollten Sie ihn sparsam und ganz bewusst verwenden. Es empfiehlt sich, einen Einsatz zuzüglich des Hebels zu wählen, dessen Verlust Sie auch tatsächlich verkraften können.  

9. Unzureichender Überblick

Beim Devisenmarkt ist es wichtig die globalen Zusammenhänge zu verstehen und auch die kleinsten Bewegungen des Marktes mitzubekommen. Das bedeutet, jeden Tag Nachrichten hören, mehrere Fachmagazine lesen, Foren durchstöbern, den Markt nicht aus den Augen lassen und 24 Stunden lang hoch aufmerksam sein. Trader zu sein, ist ein Fulltime Job. Schließlich geht es darum, in einem guten Moment Geld zu investieren. Mit „gutem Moment“ ist ein Zeitpunkt gemeint, an welchem der Markt klare Strukturen erkennen lässt. Das erhöht die Gewinnchancen und reduziert das Risiko. Ist der Markt hingegen diffus, sollten Sie sich zurückhalten und abwarten. Auch das will gelernt sein. Für so manche Starter mag das Abwarten zu langweilig sein. Anfangs wird es Ihnen bestimmt ebenfalls schwer fallen, still zu sitzen. Aber später wird es zur Gewohnheit.

10. Unbeachteter Spread

Gerade Neulinge in dem Geschäft vergessen oft den Spread. Der Spread bezeichnet die Differenz zwischen dem Geldkurs und den Briefkurs. Letzterer ist der niedrigste Kurs, zu welchem der Broker oder das jeweilige Kreditinstitut den Tradern die Devisen verkauft. Der Briefkurs kann von dem tatsächlichen Geldkurs abweichen, was sich bei dem gesamten Deal abzeichnet. Der Spread ist also der Briefkurs minus den Geldkurs. Viele Investoren, die neu auf dem Markt sind, vergessen den Spread oder wissen nichts von seiner Existenz. Ganz selbstverständlich rechnen sie mit dem Geldkurs als Grundlage und wundern sich anschließend über die Ergebnisse ihrer Trades. Verlieren sie öfters hintereinander, ist das Handelskonto nämlich noch schneller leer als vorab kalkuliert. Ebenso fällt der Gewinn nicht so üppig aus, wie zu Beginn erwartet.  


Trading ist ein Beruf, der auch erlernt werden will. Für viele ist er noch weitaus mehr, er wird zu einer Berufung, zu einem Lifestyle. Wer für den Devisenmarkt geschaffen ist, wird dort auch viel Freude haben.