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14. Dezember 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

"Alles, was nicht deiner Meinung entspricht, ist rechtsextrem." - ein Totschlagargument der neuen Rechten.

Mit dieser geschickten Strategie, welche die rechtsextremen Puppenspieler ihren Marionetten zur Hand gegeben haben, schlagen sie gleich vier Fliegen mit einer Klappe. Wir haben die Strategie durchschaut und analysiert. 

Rechte Demo: "Merkel muss weg!" / Berlin, 08.05.2016  //SpIn
Rechte Demo: "Merkel muss weg!" / Berlin, 08.05.2016 //SpIn

Bei Diskussionen mit PEGIDA-Anhängern, AfDlern, besorgten Bürgern, Reichsbürgern und anderen Rechtsextremisten kommt man mit Argumenten nicht weit. Wie eine Sekte, sind sie immun gegen Argumente. Der Grund ist der emotionale Halt, den ihnen die Community bietet. Dazu darf jeder Nobody innerhalb der Sekte ein Held sein. Angeblich, in Wirklichkeit werden die Protagonisten von den rechtsextremen Rädelsführern manipuliert und missbraucht. Angesichts ihrens Hasses und der Gewaltbereitschaft, hält sich das Mitleid der "Normalbevölkerung" zunehmend in Grenzen. Mehr noch als islamistischen Terror fürchten Deutsche nämlich den Rechtsterrorismus.

Jedenfalls haben die Drahtzieher dem "Pack" (Zitat Sigmar Gabriel) Waffen an die Hand gegeben. Keine Benzinkanister und Schlagringe, diese besorgen sie sich von selbst. Hier ist die Rede von rhetorischen Waffen gegen rationale Argumente. Eines davon lautet: "Alles, was nicht deiner Meinung entspricht, wird als rechtsextrem diffamiert." Damit schlagen die rechten Puppenspieler und ihr verlängerter Arm, das selbsternannte „Volk“ drei Fliegen mit einer Klappe. Erstens macht sie das Ganze immun gegen jegliche Kritik. Es wird suggeriert, dass das Gegenüber in der Diskussion gescheitert sei und deshalb zu Pauschalisierungen und Beleidigungen greifen würde. Die Argumentation gerät dadurch in den Hintergrund.

Zweitens lässt diese Unterstellung den Gegner schlecht dastehen, als hilflos und irrational. Viele nehmen ihn daraufhin erst gar nicht mehr ernst. 


Drittens distanzieren sie sich pro forma vom Rechtsextremismus, den sie aber mit Inbrunst werteren. Er soll nämlich salonfähig werden und das nicht unter diesem verpönten Etikett.  

Mit dem letzten Aspekt machen sich die Rechtsextremen unantastbar. Das zeigt weitreichende Wirkung: Viele trauen sich nicht mehr, die Betreffenden als das zu bezeichnen, was sie sind und zwar "rechtsextrem." Selbst Journalisten und Politiker tun sich damit schwer. Sie fassen die neuen Rechten stattdessen mit Samthandschuhen an, um nicht als intolerant dazustehen. Dabei merken sie oft gar nicht, dass sie der Strategie rechtsextremer Drahtzieher auf den Leim gegangen sind. Und zwar, dass sie tolerant geworden sind gegenüber der Intoleranz. Dass sie Rassismus und Hetze tolerieren und damit unterstützen. Sie merken nicht mehr, dass sie damit die Freiheit, die Sicherheit und die Menschenwürde der Opfer gefährden. 

Nun kommen wir zu dem vierten Aspekt: Wie so oft, stellen sich die Rechtsextremen mit dieser Unterstellung als Opfer dar. Man würde sie missverstehen, unterdrücken und diskriminieren. Dadurch erwecken sie Mitleid und Solidarität. Wir haben schließlich gelernt, und auf die Seite der Schwachen zu stellen, die mundtot gemacht und diffamiert werden. Dabei merken viele von uns nicht, dass wir uns in Wahrheit mit den Tätern solidarisieren, die gegen Schwächere hetzen, sie verleumden, Hetzjagden gegen sie veranstalten und ihre Behausungen anzünden. 

Aufgabe der Presse ist es, Dinge beim Namen zu nennen!