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19. Dezember 2017 | Autor: Jennifer Gregorian

„Wie Schimmel zuhause.“- FDP-Chef Christian Lindner verharmlost unabsichtlich AfD

Da verwechselst Lidner eine Männergrippe mit der Pest. Aber das Ganze dient eh einem übergeordneten Zweck: Er will sich für seine Flucht aus Jamaika rechtfertigen.

Christian Wolfgang Lindner (FDP), beim Internationalen Münchner PresseClub am 19. September 2017 / Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de
Christian Wolfgang Lindner (FDP), beim Internationalen Münchner PresseClub am 19. September 2017 / Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY-SA 3.0 de

„Die AfD ist wie Schimmel zuhause. Ist er einmal da, ist es schwierig, ihn loszuwerden“, sagte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner, am 19.12.2017, zur italienischen Tageszeitung „La Repubblica“. Schimmel zuhause ist gar nichts gegen Faschisten im Bundestag. Die sind nämlich der Anfang des Endes der Demokratie. Da verwechselt Lindner eine Männergrippe mit der Pest. Jedenfalls rechnet er damit, dass die AfD noch länger in der oberen Liga der Politik mitspielen wird. Da könnte er leider recht haben. Hat man einmal der verfassungswidrigen Organisation Einlass gewährt, wird sie das System von oben zersetzen. Aus dem illegalen Untergrund, wo ihr Platz wäre, hätte sie nicht so viel ausrichten können.
Jedenfalls hat Lindner diesen, etwas verharmlosenden, Vergleich herangezogen, um seine Flucht aus Jamaika zu rechtfertigen: „Deutschland braucht eine stabile Regierung, die eine Vorstellung davon hat, wie das Land erneuert werden kann. Die letzten großen Reformen waren die von Gerhard Schröder. Eine Jamaika-Regierung wäre weder stabil noch innovativ gewesen.“ Und wieder hat der FDP-Chef recht. Aber hätte ihm das nicht früher einfallen können? Zum Beispiel vor dem Start der Jamaika-Verhandlungen wäre ein guter Zeitpunkt gewesen.