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09. März 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

AfD – Backlash für Frauen

Durch ungewollte Schwangerschaften und ohne berufliche Chancen soll die Gebärmaschine der Nation an Heim und Herd gefesselt und ihrem Besitzer vollkommen ausgeliefert werden.

Bundesparteitag der Alternative für Deutschland, 4. Juli 2015 in Essen / Urheber: Olaf Kosinsky/Skillshare.eu / CC BY-SA 3.0 DE
Bundesparteitag der Alternative für Deutschland, 4. Juli 2015 in Essen / Urheber: Olaf Kosinsky/Skillshare.eu / CC BY-SA 3.0 DE

Beim Wahlprogramm der AfD frohlockt das braune Machoherz. Nur die Damen haben nichts zu lachen. Kein Wunder dass der Frauenanteil bei den AfD-Wählern bei circa zwei Prozent liegt. Welche halbwegs vernünftige Frau wählt schon gegen die eigene Selbstbestimmung?

Keine Chancen für Frauen im Beruf

„… Frauenquoten, Gleichstellungsbeauftragte und staatliche Propaganda für sexuelle Minderheiten lehnt die AfD rigoros ab.“, so schreibt sie in ihrem Wahlprogramm.

Wir sind in Deutschland noch weit von der Gleichberechtigung entfernt. Und jetzt schon sollen alle Errungenschaften der letzten acht Jahrzehnte zunichte gemacht werden. Eine wesentliche Komponente der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau sind die beruflichen Chancen. Diese werden nicht durch Quoten hergestellt. Quoten können nur Symptome behandeln. Und schlimmstenfalls erhöhen sie den Frauenhass innerhalb der Gesellschaft. Es ist viel mehr notwendig, um auf eine künftige Gleichberechtigung hinzuarbeiten. Unter anderem Gleichstellungsbeauftragte leisten da eine wichtige Aufgabe. Die „staatliche Propaganda“, alias die Öffentlichkeitsarbeit und die Sensibilisierung für das Thema, zudem ist essentiell.

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In diesem Beitrag geht es nicht um sexuelle Minderheiten. Nur soviel sei gesagt: Es ist glasklar, dass die ewig Gestrigen auch noch homophob sind und allen Genderidentitäten, außer Männern (aber nur den deutschen), nicht wohlgesinnt sind. Allerdings nichts Neues!

Ferner will die AfD den Mindestlohn abschaffen. Von Niedriglohnarbeit waren bislang überwiegend Frauen betroffen. Kaum hat die Kanzlerin diese längst überfällige Gesetzesnovelle durchgewunken, soll sie auch schon dementiert werden. Die Arbeitgeberverbände würden feiern und Frauen dürften wieder für drei  bis vier Euro die Stunde schuften. Zumindest wenn es nach der AfD ginge. 

Drei Kinder für das deutsche Volk

Bislang gilt es als Vorteil, in Deutschland geboren zu sein. Das soll sich nach der AfD bald ändern: Biodeutsche Frauen haben bei der Sache die Arschkarte. Sie sollen das „Überleben des eigenen Volkes, der eigenen Nation sicherstellen.“, so AfD-Chefin Frauke Petry. Mindestens drei Kinder sollen die neu erwählten Gebärmaschinen bereitstellen. An den Damen mit Migrationshintergrund geht dieser Krug vorbei: Sie würden nur ihren Job verlieren und hätten noch schlechtere Karrierechancen, als ohnehin schon. Sie müssten aber keinen Nachwuchs produzieren. Das sollten sie am besten gar nicht, denn das wäre sowieso „unwertes Leben“ und zum „Überleben des deutschen Volkes“ nutzt es auch nichts. Dafür hätten sie auch keine Chancen auf das Mutterkreuz, dass die AfD sicher wieder einführen wird (vielleicht unter anderem Namen).

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„Mein Körper gehört der Nation“

Noch immer können Frauen in Deutschland nicht frei über ihren Körper bestimmen: Abtreibungen sind an zahlreiche Auflagen geknüpft. Die AfD will die Situation weiter verschärfen: Sie stellt sich „… gegen alle Versuche, Abtreibungen zu bagatellisieren, sie staatlicherseits zu fördern oder sie gar zu einem „Menschenrecht“ zu erklären.“, so steht es im Wahlprogramm der Partei.
Da Abtreibungen weder „bagatellisiert“ noch staatlich gefördert werden, ist es nicht schwer zu erkennen, wohin der Hase läuft. Abtreibung ist der AfD ein Dorn im Auge. Bald soll sie nicht mehr finanziert werden. Sicherlich würde es nicht lange dauern, bis die AfD ein Abtreibungsverbot ausspricht. Jetzt schon befürwortet sie eine Volkabstimmung zum Verbot von Abtreibungen.
Mit dem Damoklesschwert einer ständig drohenden Schwangerschaft kann man Frauen sehr wirksam versklaven. Wenn sie infolge der ungewollten Schwangerschaft noch ohne Karrieremöglichkeiten und eigenes Geld an Heim und Herd gefesselt sind, ist die Versklavung perfekt. Dann sind sie ihrem Besitzer vollkommen ausgeliefert. Diejenigen, die sich gegen solch eine Biographie entscheiden und ungewollt schwanger werden, dürfen wieder ihr Leben bei „Engelmacherinnen“ riskieren.


Was hat diese sexistische Organisation eigentlich gegen fundamentalistische Islamisten? Nur weil die ihre Sklavinnen verhüllen, sind sie doch nicht schlimmer. Eigentlich müsste die AfD sich bestens mit ihnen verstehen, wäre da nicht die völkische Komponente.

Solch eine Partei dürfte es in einem demokratischen Staat, der sich um Gleichberechtigung bemüht (zumindest manchmal) nicht geben. Wo bleibt der Protest von Feministinnen?