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05. Juni 2018 | Autor: Jennifer Gregorian

AfD möchte Jan Böhmermann absetzen und #ReconquistaInternet verbieten

Sollte die faschistoide Organisation jemals an die Regierung geraten, ist es aus mit der Pressefreiheit in Deutschland. Das wird nicht erst am Fall Böhmermann und Reconquista Internet deutlich. 

Jan Böhmermann mit seinem Programm "Schlimmer als Jan Böhmermann" in Rostock 2014 / Urheber: Jonas Rogowski / CC BY-SA 3.0
Jan Böhmermann mit seinem Programm "Schlimmer als Jan Böhmermann" in Rostock 2014 / Urheber: Jonas Rogowski / CC BY-SA 3.0

Nachdem der freier Journalist und Webvideoproduzent, Rayk Anders, mit seinem Team die Machenschaften rechter Trolle von „Reconquista Germanica“ durch investigativen Journalismus aufgedeckt hatte, startete der Satiriker und ZDF-ModeratorJan Böhmermann die Kampagne „Reconquista Internet“. „Reconquista“ bedeutet „Rückeroberung“ auf Spanisch. In seinem „Neo Magazin Royale“ hat Böhmermann dazu aufgerufen, das Internet zurückzuerobern und die Hasskommentare rechter Trolle mit Liebesbotschaften zu überschütten. Daraus ist mittlerweile eine Bürgerrechtsbewegung entsandten, die rund 60.000 Menschen umfasst. 

Kleine Anfrage der AfD

Kurz darauf stellte die AfD die Anfrage an die Bundesregierung, ob sich „Reconquista Internet" verhindern ließe, und Jan Böhmermann gleich mit. Er würde rechte Internetuser an den Pranger stellen. Der Regierung war die Sache wohl zu blöd. Stattdessen antworteten die Aktivisten von Reconquista Internet: „Unbestätigten Gerüchten zufolge haben sich die Leitung des ZDF (...), zwei der sieben Mainzelmännchen zusammen mit dem Fernsehmoderator Jan Böhmermann zur geheimen Besprechung der Initiative #ReconquistaInternet Ende 2017 in der russischen Hauptstadt Moskau getroffen. Der Privatjet, der die Besprechungsteilnehmer nach Russland flog, wurde neuesten Erkenntnissen zufolge von einem dem Kreml nahestehenden Oligarchen bezahlt."

Und speziell zum AfD-Gesuch, den „Neo Magazin Royale“-Moderator zu eliminieren, schreiben sie im angeblichen Auftrag der Bundesregierung, man überlege eine „partielle Aussetzung der Meinungsfreiheit in Deutschland".

Das Ende der Pressefreiheit 

So lustig und so abstrus das ganze Spektakel auch anmuten mag, bei dieser kleinen Anfrage wird deutlich, wohin der Wind wehen würde, hätte die AfD einst das Sagen in Deutschland. Aber das dürfte nichts Neues sein: Die Pressefreiheit abzuschaffen und Journalisten, Blogger, Video-Journalisten, Autoren etc. abzusetzen sind die ersten Schritte, sobald eine faschistische Organisation den Thron erklimmt. Ganz aktuelle Beispiele wären die Türkei und Polen. Aber dieses Vorgehen können wir bis dato in so gut wie jeder Diktator beobachten. In einem weiteren Schritt würden die betreffenden dann weggesperrt, gefoltert und getötet werden. Das hat Strategie: Ist die Presse erst mal gleichgeschaltet und die Intelligenz aus dem Weg geräumt, können die Faschisten nach eigenem Verlangen schalten und walten, ohne dass allzu viel an die Öffentlichkeit dringt. Im Falle der AfD könnte sie dann in Ruhe Muslime verfolgen, entrechten, abschieben, wegsperren etc. Dann Frauen entrechten und an Heim und Herd fesseln, Vorrechte für Biodeutsche einräumen usw. und im Endkampf Juden vernichten.

Dass es sich bei der AfD um eine faschistoide, verfassungswidrige Organisation handelt, werden wir an dieser Stelle nicht eigens ausführen. Hierfür gibt es genügend Indizien (siehe unter anderem "Lesen Sie auch"). Außerdem steht in ihrem Programm bereits, dass sie die Presse unter die eigenen Fittiche stellen will. Das sagt schon alles.