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09. März 2019 | Autor: SpIn

8. März 2019 Berlin

Frauentag nun ein offizieller Feiertag

Wie jedes Jahr riefen auch am 8. März 2019 Frauenrechtsorganisationen aus dem gesamten Bundesgebiet zur Kundgebung zum Frauenkampftag auf. In mehreren Städten fanden Aktionen, Demos und Kundgebungen statt, so auch in der Hauptstadt. Dort versammelten sich tausende Menschen am Alexanderplatz und demonstrierten, mit Redebeiträgen, Musik, bunten Plakaten, Luftballons und PussyHats für Gleichberechtigung. Wie jedes Jahr, könnte man meinen. Aber etwas war anders: Der 8. März ist nun ein offizieller Feiertag, zumindest in Berlin. Der Grund: Das Bundesland hat zu wenige Feiertage. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat diese Neuerung beschlossen. 87 Abgeordnete stimmten dafür, 60 dagegen. Zur Auswahl standen auch andere Tage, wie der Reformationstag am 31. Oktober, der Tag des Mauerfalls am 9. November, oder der Tag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai. 

Impressionen vom Berliner Frauenkampftag 2019

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Aber wieso ausgerechnet der 8. März?  Wollte man Frauen damit besänftigen, da ihre hart erkämpften Rechte europaweit durch Backlashes seitens rechtsextremer Regierungen und Bewegungen bedroht sind? Will man die irreführende aber gängige Argumentation, in Deutschland, oder gar in Europa, sei die Gleichberechtigung längst vollzogen, bekräftigen? Ein eigener Feiertag ist schon eine kleine Anerkennung, immerhin. Dem Symbol der Anerkennung müssten nun auch Taten folgen: gleiche Löhne, gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt und im Sport, Sexkaufverbot; kein Kulturrelativismus bei Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und Kopftuchzwang; Verbot sexistischer Werbung, ... die Liste ließe sich schier unendlich verlängern. Andernfalls freuen sich lediglich ein paar Arbeitnehmer, wobei diese Art von Beschäftigungsverhältnissen langsam zum Relikt und Feiertage obsolet werden. Die neue Generation unabhängiger, gut verdienender Kosmopoliten gibt nichts auf Feiertage und Wochenenden. Es wird gearbeitet, wenn Arbeit ansteht und gefeiert, wenn einem danach ist. Die Arbeitswelt hat sich verändert. Höchste Zeit, dass sich aus das Verhältnis der beiden anerkannten Gender verändert und die weltweite Unterdrückung der Hälfte der Menschheit ein Ende nimmt.