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10. Oktober 2016 | Autor: Jennifer Gregorian

So viel Hetze und Terror bei nur 890.000 Flüchtlingen – Ein Armutszeugnis für Deutschland

Drehscheibe Köln/Bonn Airport - Ankunft von Flüchtlingen von der deutsch/österreichischen Grenze / © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0
Drehscheibe Köln/Bonn Airport - Ankunft von Flüchtlingen von der deutsch/österreichischen Grenze / © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0

Neulich korrigierte Thomas de Maizière die offiziellen Flüchtlingszahlen aus dem Jahr 2015: Insgesamt kamen lediglich 890.000 Schutzsuchende nach Deutschland. Ein großer Teil wird sicherlich noch abgeschoben. Und viele Asylbewerber wollen auch wieder in ihre Heimat, sobald sich die Lage dort beruhigt hat. Asyl ist ohnehin eine begrenzte Geschichte. Also wird nur ein kleiner Teil bleiben. Ein kleiner Teil von 890.000 Menschen. Wahrscheinlich weniger als 5 Prozent. Diese Menschen brauchen vorübergehend Unterstützung. Anschließend werden sie, wie die Mehrheit der Migranten, ihren Beitrag für die deutsche Gesellschaft leisten und in das Sozialsystem einzahlen. Laut „Focus Money“ bräuchten wir über 30.000 junge Arbeitskräfte, um das Marode Sozialsystem, insbesondere das Rentensystem, zu retten. Das ist allerdings ein anderes Thema. An dieser Stelle wollen wir mal die ganzen Diskurse des Jahres 2015 und 2016 rund um die Krise der Flüchtlinge Revue passieren lassen. Die Beliebtheitsskala der Kanzlerin ist in den Keller gerutscht, da sie nicht sofort die Grenze dicht gemacht hat, nachdem die ersten Hilfesuchenden davor standen. Bis heute wird Angela Merkel verleumdet. Dann kam das Asylpaket II, wodurch das Asylrecht weiter ausgehöhlt wurde. Im Zuge dessen wurde u. a. der Familiennachzug ausgesetzt, was die Integration erschwert und enorme Menschenrechtsverletzungen zur Folge hat. Insbesondere unbegleitete Minderjährige leiden darunter. Es flossen Bestechungsgelder an afrikanische Diktaturen, damit sie keine Menschen mehr die Grenzen passieren lassen. Auch half man ihnen, ihre Staatsgrenzen zu verstärken. Ähnliches ereignete sich beim Türkei-Deal. Die Leidtragenden waren und sind immer die Menschen in Not. Doch den Menschen aus dem wohlsituierten Deutschland waren die Menschenrechtsverletzenden nicht genug: Sie forderten mehr und mehr. Sowohl von der Politik (insbesondere von der CSU) als auch von Teilen der Bevölkerung erklingt bis heute der Ruf nach einer Kehrtwende in der Flüchtlingspolitik. Dabei hat es schon mehrere Kehrtwenden gegeben. Kehrtwenden, an welchen Blut klebt. Aber auch das war den Egomanen nicht genug. Sie hetzten stets gegen Flüchtlinge, Moslems, Flüchtlingshelfer, Abgeordnete, Journalisten, Geistliche und Politiker. Es gab Morddrohungen und Übergriffe. Über 7000 Flüchtlingsheime haben allein 2015 gebrannt. Rechtsextreme Bürgerwehren veranstalteten Hetzjagden auf Flüchtlinge und eine rechtsextreme Partei zog in die Landtage ein. 

Wer sich schon mal gefragt hat, wie das Dritte Reich überhaupt möglich wurde, kann diese Entwicklung nun live und in 3D mitverfolgen. Ein Armutszeugnis für Deutschland!